
Vier Sekunden einatmen, sieben halten, acht wieder ausatmen. Die Zählweise aus einem Volkshochschulkurs sitzt noch in mir, obwohl ich die Übung selbst seit Jahren nicht mehr mache. Genau dieses Zählen sollte mir früher helfen, den Mental Load als Lehrerin abzubauen, dieses ständige Grundrauschen aus Elterngesprächen, Kopien und Sorgen, die man mit nach Hause nimmt. Es hat nicht gehalten. Was stattdessen geblieben ist, ist eine andere Art von Zahlen, die aus meinem Sonntagsjournal mit dem Zahlen-Code.
Ein kurzer Hinweis, bevor es weitergeht: Manche Links in diesem Text sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein Buch oder einen Kurs, bekomme ich eine kleine Provision, dein Preis bleibt gleich. Ich schreibe ausschließlich über das, was ich als ehemalige Lehrerin selbst ausprobiert habe, mitten in Regensburg. Die ausführliche Offenlegung findest du weiter unten auf der Seite.
Zwei Wege, den Mental Load zu ordnen
Der Volkshochschulkurs versprach eine schnelle Technik gegen die Alarmbereitschaft am frühen Morgen, das Herzrasen kurz vor sechs, das für mich über Monate zum festen Wecker-Ersatz geworden war. Die Übung selbst war einfach: zählen, atmen, wieder zählen. Doch nach zwei Wochen lag der Zettel mit der Anleitung irgendwo zwischen alten Elternbriefen, und ich erinnerte mich an die Schrittfolge nicht mehr richtig. Was fehlte, war kein Wille, sondern ein Anker, der über den einzelnen Morgen hinausreicht.
Rosina Kaisers Zahlen-Code funktioniert anders, zumindest bei mir. Es geht nicht um eine einzelne Übung am Morgen, sondern um einen festen Termin in der Woche, an dem ich die Tageszahl, gelegentlich die Lebenszahl und seltener eine der Heilzahlen in mein Heft schreibe. Aus Mental Load wird an diesem einen Nachmittag kein Rucksack voller Aufgaben, sondern eine überschaubare Reihe von Ziffern. Das Ritual ersetzt keine der Aufgaben, aber es gibt ihnen einen Platz, an dem sie liegen bleiben dürfen, bis ich wieder hinschaue.
Warum die Zahlen blieben, wo die Atemübung ging
Ich habe mir lange überlegt, woran das liegt. Eine Atemtechnik verlangt, dass man sie in einem stressigen Moment aktiv abruft, genau dann, wenn das Gedächtnis am wenigsten kooperativ ist. Das Journal dagegen liegt an einem festen Tag bereit, unabhängig davon, wie die Woche gelaufen ist. Neulich bin ich wach geworden, bevor der Wecker überhaupt losging, und habe nicht sofort im Kopf nachgerechnet, wie wenig Schlaf das jetzt wieder war — ein kleiner Moment, aber einer, den ich mir vor der Altersteilzeit nicht vorstellen konnte.
Meine Studienfreundin aus Augsburg löst die gleiche Anspannung auf eine ganz andere Art: Sie geht Stand-up-Paddling auf dem Lech, sooft es die Zeit erlaubt, und schwört, dass sie danach klarer denkt als nach jedem Gespräch. Beide Wege haben denselben Kern — eine wiederkehrende Handlung, die den Kopf zwingt, langsamer zu werden. Nur die Form unterscheidet sich: Wasser und Bewegung bei ihr, Papier und Ziffern bei mir.

Das Leinen-Heft hält, was der Kurs nicht hielt
Der Unterschied zeigt sich vor allem in der Beständigkeit. Die Atemübung brauchte Disziplin an einem Punkt, an dem ich ohnehin schon erschöpft war. Das Sonntagsritual mit dem Zahlen-Code [Mein Sonntagsbegleiter] braucht dagegen nur die halbe Stunde, die ich mir sowieso freihalte, seit ich in Altersteilzeit unterrichte. Für mich als ehemalige Lehrerin, die dreiundzwanzig Jahre lang jeden Tag für andere mitgedacht hat, war genau das der entscheidende Punkt: ein Werkzeug, das nicht noch mehr Energie verlangt, sondern welche freisetzt.
Diese Beständigkeit ist auch der Grund, warum ich das Journal inzwischen Kolleginnen empfehle, die nach ähnlicher Entlastung suchen. Der Artikel zur Stresslinderung durch das Sonntagsjournal beschreibt genauer, wie sich das körperlich anfühlt, falls dich das interessiert. Wichtig ist mir aber, ehrlich zu bleiben: Nicht jede Woche zeigt ein Muster. Manchmal bleibt die Tageszahl einfach eine Zahl, ohne dass sich daraus eine Erkenntnis ergibt, und das ist in Ordnung.

Papier-Heft oder Radionik-Software
Eine ehemalige Kollegin hat mich neulich im Café Orphée an der Wahlenstraße gefragt, ob ich schon eine der Radionik-Programme ausprobiert hätte, von denen sie gehört hatte. Ich musste zugeben: keine Ahnung, das ist nicht mein Feld. Was ich weiß, ist nur, dass Programme wie MeineRadionik [Leser-Anfrage] oder EasyRadionik einen technischeren Zugang bieten, mit Bildschirm statt Heft, und dass manche Leserinnen genau danach fragen, weil ihnen das Handschriftliche zu langsam ist.
Der Unterschied liegt für mich nicht darin, welcher Weg besser ist, sondern darin, wozu er passt. Wer ohnehin am Bildschirm arbeitet und eine Videoanleitung wie den MeineRadionik Premium Videokurs einer Buchseite vorzieht, findet dort vermutlich schneller einen Einstieg. Wer wie ich lieber mit Papier und Randnotizen arbeitet, bleibt eher beim Heft — genauso, wie ich es im Zahlen-Code für Lehrerinnen beschrieben habe, bei der Tageszahl, der Lebenszahl und gelegentlich der persönlichen Jahreszahl, die sich von Hand berechnen lassen.
Zwischen Heft und Bildschirm entscheiden
Am Ende wähle ich das Werkzeug danach aus, wie viel Ruhe ein Moment gerade verlangt, nicht danach, was gerade im Trend liegt. Steht ein Nachmittag ohne festen Plan an, greife ich zum Heft, weil das Schreiben selbst schon beruhigt, unabhängig vom Ergebnis. Steht dagegen eine hektische Woche mit vielen Terminen an, in der ich sowieso am Rechner sitze, verstehe ich, warum manche zur Software greifen und die Auswertung dort geschehen lassen. Beides funktioniert, aber nur, wenn es zur eigenen Woche passt und nicht zur Erwartung von außen.
Mir persönlich hilft am meisten, dass die Zahlen keine Versprechen machen, die sie nicht halten können; sie ordnen nur, was ohnehin schon da ist. Wenn dir die Sonntage gerade zu voll vorkommen, lohnt sich vielleicht ein Blick in Rosina Kaisers Zahlen-Code, ganz ohne dass du gleich alles umstellen musst. Ein Heft, ein ruhiger Nachmittag und die Bereitschaft, eine Zahl einfach nur eine Zahl sein zu lassen, reichen oft schon als Anfang.