
In meinem Posteingang liegt eine E-Mail, auf die ich nicht aus eigener Erfahrung antworten kann. Eine Leserin aus Landshut hat mich gefragt, wie sie Zahlencodes lernen kann, wenn ihr ein Videokurs lieber wäre als ein gedrucktes Buch, und sie meint konkret den MeineRadionik Premium Videokurs. Ich habe von diesem Kurs noch keine einzige Minute selbst gesehen. Was ich habe, ist ein Küchentisch in der Ostengasse, zwölf Wochenstunden Unterricht dienstags und donnerstags, und die Berichte von Kolleginnen und Leserinnen, die mir aus ihrem eigenen Altersteilzeit-Alltag oder ihrem Feierabend davon erzählt haben.
Die Mail kam von Bärbel Osterrieder, die seit einem früheren Beitrag hin und wieder schreibt. Ihre Nachrichten lesen sich fast wie ein Formular – jeder Absatz ordentlich nummeriert, jede Frage einzeln aufgeführt, nichts Wildes oder Spontanes daran. Diesmal wollte sie wissen, ob ein Videokurs zuverlässiger funktioniert als ein Buch, weil sie sich mit ihrer eigenen Lebenszahl schon eine Weile beschäftigt und nun etwas Strukturierteres sucht. Genau diese Frage – Bildschirm oder Papier – ist es wert, ehrlich auseinandergenommen zu werden, auch wenn ich selbst nur die halbe Antwort kenne.
Das wollen Leserinnen wie Bärbel wissen
Kolleginnen aus meiner alten Schule und ein paar Leserinnen haben mir in letzter Zeit mehr über diesen Kurs erzählt, als ich je selbst nachgelesen habe. Eine ehemalige Kollegin nutzt ihn abends, wenn die Korrekturen erledigt sind, eine andere nur am Wochenende. Übereinstimmend berichten sie von kurzen Videolektionen, die aufeinander aufbauen, und von einer Stimme, die durch jede Übung führt, statt einen einfach mit dem Buch allein zu lassen. Was mir fehlt, ist die Möglichkeit, das selbst zu prüfen – deshalb beschreibe ich hier, was mir zugetragen wurde, und nicht, was ich empfehlen würde.

Ein Regal neben dem Herd trägt seit Jahren ein Ringbuch mit Zeichnungen der Klasse 3b von 2019, meiner letzten Klasse vor dem Rückzug. Es hat mit dem Videokurs nichts zu tun, erinnert mich aber daran, dass Struktur für unterschiedliche Menschen unterschiedlich aussieht. Manche Kinder haben am besten mit einem festen Ablaufplan gelernt, andere brauchten ein loses Blatt und Freiraum. Bei den Zahlen-Codes ist es, glaube ich, nicht anders.
Der Aufbau einer MeineRadionik Erfahrung, die nicht meine eigene ist
Nach allem, was mir zugetragen wurde, ist der Kurs in Module gegliedert, die aufeinander aufbauen – von den Grundlagen der Zahlen-Codes bis zu Themen, die im Buch nur gestreift werden. Jedes Modul besteht offenbar aus kurzen Videos, durch die eine Stimme führt, ergänzt um schriftliche Übungen, die man in einem eigenen Heft oder direkt am Bildschirm bearbeiten kann. Wer ihn nutzt, sucht sich das Tempo wohl selbst aus, ein Modul am Stück oder über mehrere Tage verteilt. Was davon inhaltlich an die Radionik anschließt, kann ich nicht einordnen – das ist ein Gebiet, in dem ich komplett fachfremd bin, und ich lasse es lieber offen, statt es falsch zu erklären.
Meine alte Studienfreundin Marianne aus Augsburg hat mir vor ein paar Wochen genau davon am Telefon erzählt – so schnell und Satz für Satz überschlagend, dass ich kaum eine Frage dazwischenbekam. Sie unterrichtet selbst noch und hat offenbar in den Ferien angefangen, sich durch die ersten Module zu arbeiten. Für sie war ein Video nach dem anderen, statt allein am Buch entlangzutasten, genau das, was ihr in den Ferien gefehlt hat.
Ein Videokurs ersetzt bei mir kein Leinen-Heft.
Bei mir bleibt es beim Leinen-Heft, dem Fencheltee und der Stille am Sonntagnachmittag. Kein Bildschirm, keine Stimme, die mich durch die Übung führt – nur Papier und die Zeit, die ich mir seit zwei Jahren dafür nehme. Nicht jeder Sonntag liefert dabei etwas: Manche Seiten bleiben leer, und auch dazu habe ich an anderer Stelle geschrieben, wie man in der Regensburger Altstadt Ruhe finden kann, selbst wenn die Zahlen an diesem Tag nichts hergeben.
Bevor ich beim Leinen-Heft gelandet bin, hatte ich ein anderes Tagebuch versucht, dickeres Papier, ein Datum oben auf jeder Seite, extra dafür angeschafft. Nach drei Einträgen stand es nur noch ungeöffnet im Regal, und ich habe es nie wieder aufgeschlagen. Struktur allein reicht offenbar nicht – sie muss auch zur eigenen Woche passen. Genau deshalb kann ich nicht versprechen, dass ein Videokurs mit festen Modulen für jede Leserin die bessere Wahl ist, nur weil er strukturierter wirkt als ein Buch.

Bildschirm oder Heft wählen
Wenn ich das, was mir berichtet wurde, in eine Faustregel packen müsste, wäre es diese: Wer eine feste Abfolge und eine Erinnerung braucht, wann die nächste Einheit dran ist, kommt mit einem Modul-Kurs wahrscheinlich weiter als mit einem Buch, das stumm im Regal liegt, bis man selbst danach greift. Wer dagegen lieber an einem stillen Nachmittag ohne nächstes Kapitel sitzt, verliert mit einem durchgetakteten Kurs eher die Ruhe, die er eigentlich gesucht hat. Diese Entscheidung hat mit Numerologie wenig zu tun, eher damit, wie jemand grundsätzlich lernt – das wusste ich schon aus dreiundzwanzig Jahren Klassenzimmer, in dem jedes Kind seinen eigenen Rhythmus hatte.
Für alle, die eher zum Bildschirm neigen, ist das kein Rückschritt. Ich habe an anderer Stelle schon einmal aufgeschrieben, wie man Heilzahlen digital anwenden kann, ohne sich dabei unter Druck zu setzen, und für manche Leserinnen ist genau das der leichtere Einstieg als ein Buch mit leeren Linien. Ob dabei reine Software ohne Videobegleitung genutzt wird oder ein begleiteter Kurs, weiß ich ehrlich gesagt selbst zu wenig, um das gegeneinander abzuwägen.
Wo für mich die Grenze liegt
Am Donnerstag, auf dem kurzen Weg zur Schule, ist mir aufgefallen, dass der Kloß, der mir früher schon beim Wachwerden im Hals saß, seit einer Weile einfach fehlt. Das schreibe ich hier nicht, um irgendein Mittel zu bewerben, sondern weil es ehrlich beschreibt, was sich bei mir verändert hat, seit ich mit den Zahlen-Codes arbeite – mit der Tageszahl genauso wie mit der Lebenszahl und der persönlichen Jahreszahl, die inzwischen alle drei ihren Platz in meinem Heft haben. Manche würden das vielleicht Selbstheilung nennen; ich nenne es lieber einen ruhigen Sonntagnachmittag in Regensburg, der über die Zeit etwas Kleines dazugelegt hat.

Für Bärbel und alle, die ähnlich fragen, bleibt meine ehrliche Antwort dieselbe: Ich kann den MeineRadionik Premium Videokurs nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, aber ich kann weitergeben, was mir Kolleginnen und Leserinnen darüber erzählt haben, und dabei ehrlich sagen, wo meine eigene Praxis endet. Vielleicht ist das ohnehin die ehrlichere Antwort als eine Empfehlung, die ich mir selbst gar nicht zugestehen kann.