
Zehen anspannen, halten, loslassen. So verlangt es die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, und genau das mache ich gerade, auf dem Rücken liegend, während sich nur eine Frage in mir dreht: Warum fühle ich mich dabei so lächerlich? Die rechte Schulter zieht trotzdem weiter Richtung Ohr. Lehrer-Gesundheit und Burnout-Prävention klingen in der Theorie einfacher, als sie sich anfühlen, wenn man allein auf dem Teppich liegt und mit dem eigenen Nacken verhandelt.
Ein kurzer Hinweis vorweg: In manchen Absätzen hier stecken Affiliate-Links, und wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich der Preis für dich ändert. Ich schreibe ausschließlich über das, was ich selbst ausprobiert oder wenigstens ernsthaft angeschaut habe. Die vollständige Offenlegung findest du im Impressum. Eine Ärztin oder Heilpraktikerin bin ich nicht. Wer unter starken oder andauernden Schmerzen leidet, sollte das mit einem Hausarzt besprechen, nicht mit einem Blogartikel.
Andere Lehrerinnen fragen mich oft dasselbe, wenn sie hören, dass ich mich seit der Altersteilzeit mit Rosina Kaisers Zahlen-Code beschäftige: Hilft das wirklich gegen die Verspannung, oder ist das nur ein weiteres Ritual, das ablenkt? Ich habe dreiundzwanzig Jahre in Regensburg unterrichtet, an einer Grundschule, meistens dritte und vierte Klassen, und der Körper merkt sich solche Jahre offenbar länger als der Kopf. Die genaueste Antwort, die ich habe, ist eine Sammlung von Fragen, die ich mir selbst und anderen immer wieder beantworte.

Digitale Heilzahlen gegen einen verspannten Nacken
Nein, nicht so, wie man sich das vielleicht vorstellt. Die Tageszahl aus Rosina Kaisers Zahlen-Code löst keinen Muskel, so wenig wie ein Fencheltee eine Erkältung heilt. Was sie tut, ist unauffälliger: Sie zwingt mich für ein paar Minuten, den Blick von der Liste im Kopf zu nehmen und auf eine einzelne Zahl zu schauen, ohne sie sofort bewerten zu müssen. Genau da hakt es bei uns Lehrerinnen oft – wir wollen auch das Nichtstun richtig machen, mit derselben Disziplin, mit der wir einen Wochenplan durchziehen.
Die Freundin aus Augsburg, die mir das Buch damals in die Hand gedrückt hat, sitzt inzwischen jeden Mittwoch in einem Aquarellkurs an der dortigen Volkshochschule. Wenn wir telefonieren, sagt sie, das Wichtigste daran sei nicht die Technik, sondern dass sie für zwei Stunden nichts anderes tun kann, als genau hinzusehen. Bei der Tageszahl geht es mir ganz ähnlich.
Ein Versuch, der nicht funktioniert hat
Von allen Entspannungsübungen, die ich in den Monaten nach der Krankschreibung ausprobiert habe, hat die progressive Muskelentspannung nach Jacobson am wenigsten zu mir gepasst. Man liegt da, spannt eine Muskelgruppe nach der anderen bewusst an und lässt sie wieder los, Schritt für Schritt, nach einem festen Schema. Bei mir hat genau dieses Schema das Gegenteil bewirkt: Ich wurde mir meines Körpers auf eine unangenehme, fast klinische Weise bewusst, statt ruhiger zu werden. Es fühlte sich an, als würde ich eine Übung für jemand anderen vorführen, nicht für mich selbst. Nach ein paar Anläufen habe ich es aufgegeben und mir eingestanden, dass eine Methode, die für viele Menschen nachweislich hilft, für mich trotzdem die falsche sein kann.
Meine Erfahrung mit EasyRadionik
Eine ehemalige Kollegin hat mir genau das vor einiger Zeit geschrieben: ob ich EasyRadionik kenne, diese Software, mit der man Heilzahlen digital schwingen lassen kann, ohne sie von Hand zu übertragen. Ich habe mir die Startseite angeschaut, nicht mehr, und schon das hat gereicht, um zu merken, dass das nicht mein Weg ist. Wer dort tiefer einsteigen will, findet mehr in meinem Beitrag Heilzahlen digital anwenden mit EasyRadionik für Einsteiger ohne Stress – dort schreibe ich ausführlicher über das Thema, als ich es hier aus meiner Randperspektive könnte.
Was ich stattdessen sagen kann: Für akute Verspannung, in dem Moment, in dem der Nacken brennt, verstehe ich den Reiz einer Software wie EasyRadionik – das langsame Übertragen einer Zahl von Hand ins Leinen-Heft wäre in so einem Moment tatsächlich zu langsam. Ähnlich verhält es sich mit dem MeineRadionik Premium Videokurs, den ich als möglichen Einstieg in Radionik für Leserinnen mit technischem Interesse weiterreiche, ohne ihn selbst durchgearbeitet zu haben – deutlich teurer als Rosina Kaisers Buch und thematisch näher an Radionik als an Zahlen, aber für manche vielleicht genau der richtige Zugang.

Ob das für dich funktioniert, kann ich nicht beurteilen, weil ich es nie über längere Zeit genutzt habe – ich kann nur zugeben, dass EasyRadionik bei mir eine Randnotiz geblieben ist, keine eigene Praxis. Genauso wenig kann ich beurteilen, ob eine Zahl an echten körperlichen Beschwerden etwas ändert, die über eine alltägliche Verspannung hinausgehen.
Das hier ist keine Physiotherapie und kein Arztbesuch
Genau deshalb sage ich Leserinnen, die mir von starken oder andauernden Schmerzen schreiben, immer dasselbe: Ein Blick in ein Zahlen-Code-Buch oder eine ruhige halbe Stunde am Sonntag ersetzt keine Physiotherapie und keinen Termin beim Hausarzt. Was ich hier beschreibe, ist ein persönliches Ritual gegen die alltägliche Anspannung eines anstrengenden Berufs, nicht die Behandlung eines medizinischen Problems. Wenn der Nacken dauerhaft hart bleibt, wenn Kopfschmerzen dazukommen oder ein Kribbeln in den Armen, gehört das in eine Praxis, nicht in ein Leinen-Heft.

Was mir bei akuter Verspannung wirklich hilft
Am ehesten hilft mir eine einfache Regel: Sobald ich merke, dass ich mich anstrenge, um mich zu entspannen, lege ich die Übung beiseite und tue etwas, das gar keine Anstrengung verlangt. Manchmal ist das ein altes Ringbuch mit Kinderzeichnungen aus einer dritten Klasse, das ich durchblättere, ohne eine einzige Sekunde daran zu denken, dass meine Schultern eigentlich verspannt sein sollten – und genau dabei merke ich, dass sich in den Armen nichts mehr sperrt. Manchmal ist es ein Spaziergang am Donauufer in Stadtamhof, bei der Eisernen Brücke, ohne festen Weg und ohne Zahl im Kopf, nur das Wasser und die Boote. Die Kriterien, an denen ich messe, ob etwas für mich funktioniert, sind simpel geworden: Verlangt es Konzentration, oder darf mein Kopf dabei leer sein? Bei allem, was Konzentration verlangt, kommt die Verspannung meistens zurück, kaum dass die Übung vorbei ist.
Manche Sonntage zeigen gar kein Muster
Nicht jede Tageszahl passt zu dem, was in der Woche gerade los ist, und manche Sonntage sitze ich mit dem Heft vor mir und erkenne einfach nichts. Das gehört dazu, und ich schreibe es lieber so auf, als ein Muster hineinzudichten, das nicht da ist. Verspannung ist außerdem selten eine Frage von nur einer Ursache – der Beruf, die Nächte, die Gewohnheit, die Schultern hochzuziehen, sobald das Telefon klingelt, das alles spielt mit. Eine Zahl ist ein kleiner Teil eines größeren Bildes, kein Schlüssel, der alles auf einmal aufschließt.
Wenn du selbst mit Verspannung durch einen anstrengenden Beruf kämpfst, würde ich dir raten, zuerst zu prüfen, was dein Körper wirklich braucht, bevor du irgendeine Methode – ob Buch, App oder Software – darüber stülpst. Mehr zu meinem eigenen Ritual findest du in Innere Ruhe stärken durch mein Sonntagsjournal. Für mich bleibt es dabei: Sonntagnachmittag, Fencheltee, eine Zahl, keine Erwartung.