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Geduld lernen in der Altersteilzeit durch die Arbeit mit der Tageszahl

Geduld lernen in der Altersteilzeit: Tageszahl-Ritual am Küchentisch in der Regensburger Altstadt

Fünfundvierzig Minuten Geduld haben früher gereicht — eine Schulstunde, dann kam der Gong. Eine ganze Woche Geduld mit einer Zahl, die vielleicht gar nichts erklärt, ist etwas völlig anderes. Diesen Unterschied merke ich seit meiner Altersteilzeit jeden Sonntagnachmittag am Küchentisch, wenn ich die Tageszahl notiere und merke, wie wenig das mit dem Zeitdruck meines früheren Berufs zu tun hat. Leserinnen aus der Regensburger Altstadt und anderswo fragen mich oft dasselbe: ob diese Zahlen-Code-Erfahrung wirklich beim Geduld-Lernen hilft, oder ob das nur eine andere Form von Achtsamkeit ist, die ich mir als ehemalige Lehrerin selbst beibringe.

Bevor ich einzelne Fragen beantworte, kurz der Hinweis, der hier dazugehört: Diese Seite enthält Affiliate-Links, zum Beispiel zu Zahlen-Code, dem Buch, mit dem ich seit über zwei Jahren arbeite. Kaufst du darüber, bekomme ich eine kleine Provision, dein Preis bleibt gleich. Ich bin keine Numerologin und keine Therapeutin, sondern eine Lehrerin im Ruhestandsprozess, die von ihrem eigenen Küchentisch aus schreibt.

Warum ist Geduld im Altersteilzeit-Alltag eine andere Übung als im Lehrerzimmer?

Im Klassenzimmer hatte Geduld einen Rhythmus, den die Schulglocke vorgab: aushalten bis zur Pause, aushalten bis zu den Ferien. Der Altersteilzeit-Alltag kennt diese Grenze nicht mehr. Die Woche endet nicht mit einem Gong, sie zieht sich, bis der nächste Sonntagnachmittag da ist und ich wieder am Küchentisch sitze, das Leinen-Heft aufgeschlagen, und merke, wie die Ungeduld, die ich früher an Schülerinnen weitergegeben habe, jetzt bei mir selbst ansetzt.

Was mir dabei hilft, ist ein kleiner Trick aus dreiundzwanzig Jahren Unterricht: eine Aufgabe in kleinere Schritte zerlegen, statt das ganze Ergebnis auf einmal zu wollen. Bei der Tageszahl heißt das konkret, dass ich mir nicht die ganze Woche vornehme, sondern nur den nächsten Tag. Wer mit sich selbst ungeduldig ist, kann diesen einen Handgriff übernehmen, ganz ohne Buch: die Frage so lange kleiner machen, bis sie wieder zu beantworten ist.

Handschriftliche Tageszahl-Berechnung im Leinen-Heft neben einer Tasse Fencheltee, Sonntagsritual in der Altersteilzeit

So läuft mein Sonntagsritual mit der Tageszahl ab

Der Steinbrunnen im Hinterhof plätschert, während dahinter die Rückfassade von Bäcker Prantl in der Nachmittagssonne liegt — ein Bild, das ich inzwischen so genau kenne wie früher die grüne Tafel im Klassenzimmer. Zweiter Stock, schräge Weichholzdielen, die schon morgens knarren, ein Ringbuch mit den Kinderzeichnungen meiner letzten Klasse 3b von 2019, aufrecht im Regal neben dem Herd. Die schiefe Lavendelvase vom Markt am Neupfarrplatz steht auf dem Tisch, gleich neben der Nische mit dem Wasserkocher.

Heiß genug für einen beschlagenen Brillenrand ist der Fencheltee fast immer, ein Zustand, den ich nach über zwei Jahren kaum noch bewusst wahrnehme, so wie früher das Ticken der Heizung im Klassenzimmer. Dann rechne ich die Quersumme aus Tag, Monat und Jahr von Hand, ohne App, ohne Online-Rechner. Das Ergebnis interessiert mich dabei weniger als der Vorgang selbst.

Wer selbst einsteigen will, braucht kein kompliziertes System: Die Quersumme ist simpel, aber das Rechnen von Hand dauert länger als ein Online-Tool — genau diese zusätzliche Minute ist der eigentliche Punkt, nicht der Umweg, und wer Fencheltee und Heilzahlen zu einem festen Paar macht, merkt schnell, dass es dabei nie um Tempo geht.

Wenn die Tageszahl schweigt

Nicht jede Woche zeigt ein Muster. Es gibt Sonntage, an denen ich die Zahl notiere und nichts damit anfangen kann, und Wochen, in denen das Heft erst gar nicht aufgeschlagen wird. Genau danach fragen mich Leserinnen am häufigsten: was mache ich, wenn die Zahl mir nichts sagt?

Meine Antwort darauf ist unspektakulär. Ich schreibe die Zahl trotzdem auf, ohne eine Bedeutung zu erzwingen, und schaue erst am folgenden Sonntag noch einmal hin, ob sich rückblickend etwas zeigt. Zwingt sich in der Zwischenzeit keine Deutung auf, lasse ich die Woche einfach so stehen.

Katharina Hummel, die Mutter aus meiner alten Klasse 3b, die ich neulich wiedergetroffen habe, hat mich genau das gefragt — ob es mich störe, wenn nichts kommt. Sie erinnert sich noch an jedes Detail unseres Klassenfests von 2019, aber bei der Tageszahl braucht sie, genau wie ich, keine perfekte Antwort. Der Unterschied zu meinem alten Berufsalltag ist einfach: Früher musste am Ende der Stunde ein Ergebnis stehen. Bei der Tageszahl darf eine Woche auch ergebnislos bleiben, ohne dass das Ritual gescheitert wäre — das steht so auch nicht wörtlich in Zahlen-Code, aber es ist die Lesart, die mir nach zwei Jahren am nächsten liegt.

Zahlen-Code-Buch von Rosina Kaiser neben Brille und Lavendel auf dem Küchentisch, Zahlencode-Erfahrung aus der Regensburger Altstadt

Die Meditations-App, die ich nach drei Monaten gelöscht habe

Bevor das Leinen-Heft zu meinem festen Sonntagstermin wurde, hatte ich es mit einer Meditations-App versucht. Drei Monate lang habe ich das Abo bezahlt und die App kaum geöffnet, weil mir die Ansagen zu glatt vorkamen und ich nach wenigen Minuten wieder beim Wäschekorb gelandet bin.

Der Unterschied zum Leinen-Heft ist simpel: Beim Schreiben von Hand kann ich nicht nebenbei die Wäsche sortieren. Das Ritual zwingt mich, an einem Ort zu bleiben, und genau das hat die App nie geschafft. Wer selbst so ein Abo liegen hat, das kaum genutzt wird: Das ist kein persönliches Versagen, sondern ein Hinweis, dass die Form nicht passt, nicht der Vorsatz.

Was ich Kolleginnen sage, die nach Radionik fragen

Ab und zu fragt mich eine ehemalige Kollegin nach technischeren Wegen, ihre Woche zu ordnen. Neulich kam die Frage nach MeineRadionik auf, einer Software, die deutlich weiter geht als das, was ich am Küchentisch mache. Ich kenne mich damit nicht aus und empfehle sie nicht aus eigener Erfahrung.

Meine ehrliche Antwort: Mein Weg ist das Papier, nicht der Bildschirm, und die technische Seite bleibt mir fremd. Der Rat, den ich trotzdem gebe, bevor jemand in eine Software investiert: Erst sollte klar sein, ob eine tägliche Papier-Version überhaupt schon anstrengend genug wirkt. Wer sich am Leinen-Heft langweilt, wird sich an einer Software kaum festhalten.

Ruhiger Küchentisch mit Lavendelvase und Blick auf den Steinbrunnen im Hinterhof, Achtsamkeit für Lehrerinnen im Altersteilzeit-Alltag

Und wenn die Unruhe abends kommt, nicht sonntags?

Eine andere Frage taucht öfter auf: Was, wenn die Unruhe nicht sonntags kommt, sondern abends unter der Woche? Bei mir war das während der Pflegezeit meiner Mutter oft so — der Kopf wollte nicht abschalten, obwohl der Tag längst vorbei war.

Wer unter innerer Unruhe am Abend leidet, findet in der Zahlen-Code-Arbeit kein Schlafmittel, aber einen Fixpunkt: die Tageszahl von morgen schon heute zu kennen, nimmt der Nacht ein Stück Unbestimmtheit. Der Unterschied zu einem Beruhigungsritual ist, dass ich keine Wirkung verspreche, nur einen Gedanken, an dem sich festhalten lässt, wenn die Gedanken sonst im Kreis laufen.

Woran merkst du, dass die Geduld bleibt?

Vor Kurzem bin ich vom Domplatz aus in Richtung Donau gelaufen, das Licht lag in diesem tiefen Herbstgold, das nur im Oktober über dem Dom St. Peter liegt, und irgendwann habe ich gemerkt, dass mein Atem tiefer geworden war, ohne dass ich bewusst darauf geachtet hätte.

Das ist für mich das eigentliche Zeichen, nicht eine Zahl im Heft: wenn der Körper sich entspannt, bevor der Kopf es überhaupt bemerkt. Manchmal klopft dazwischen meine Nachbarin Gertraud Pflüger an die Tür, einen Teller Hefezopf in der Hand, ohne einen bestimmten Grund zu nennen, und auch das gehört inzwischen zu meiner Geduld: die Unterbrechung nicht als Störung zu werten, sondern als Teil der Woche.

Mehr braucht es nicht.

Diese Art von Geduld lässt sich nicht erzwingen, aber üben, ähnlich wie sich Selbstfürsorge für Lehrerinnen üben lässt — in kleinen, wiederholten Schritten, nicht in einem einzigen großen Entschluss. Wenn du selbst nach einem Einstieg suchst, kann ich nur von meinem eigenen Weg berichten: Für mich war Zahlen-Code genau die kleine, unaufgeregte Übung, die zu einem Sonntagnachmittag passt, ohne dass daraus ein neues Pflichtprogramm wird.

Solltest du dich in einer ähnlichen Phase befinden, ausgebrannt oder zwischen Beruf und Pflege gefangen, hol dir bitte Unterstützung bei deinem Hausarzt oder einer Beratungsstelle. Die Arbeit mit Zahlen ist für mich eine Ergänzung zum Alltag, kein Ersatz für professionelle Hilfe.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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