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Innere Unruhe am Abend lindern durch gezielte Zahlen-Codes für den Wochenstart

Zahlencode-Praxis am Küchentisch: innere Unruhe am Abend lindern vor dem Wochenstart
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Was macht einen Montagmorgen eigentlich so bedrohlich, dass sich die Unruhe schon am Abend vorher im Brustkorb festsetzt? Ich frage mich das öfter, als mir lieb ist, seit ich in der Altersteilzeit bin und rein rechnerisch weniger Grund zur Sorge haben müsste. Meine Zahlencode-Praxis am Sonntag - ein paar Zeilen im Leinen-Heft, eine Zahl, der ich für eine halbe Stunde meine ganze Aufmerksamkeit schenke - ist keine Burnout-Prävention im klassischen Sinn, eher ein Versuch, der Unruhe überhaupt einen Namen zu geben, bevor der Wochenstart sie größer macht, als sie ist. Journaling klingt nach einer ordentlichen Gewohnheit. Bei mir sieht es eher aus wie eine Frau am Küchentisch, die noch übt, sich selbst nicht zu überfordern.

Kurz zur Einordnung: In diesen Sonntagsnotizen tauchen ab und zu Affiliate-Links auf. Kaufst du über so einen Link ein Buch oder einen Kurs, bekomme ich eine Provision von etwa 33 % -- an deinem Preis ändert das nichts. Ich schreibe ausschließlich über das, was ich selbst am Küchentisch mit dem Leinen-Heft probiert habe, und die vollständige Offenlegung findest du im Impressum. Wichtig ist mir noch: Eine Ärztin oder Therapeutin bin ich nicht, nur eine Lehrerin in Altersteilzeit. Wenn dich deine Unruhe wirklich erdrückt, wende dich an deinen Hausarzt oder eine Beratungsstelle der Lehrergewerkschaft.

Warum blieb der Kloß im Hals?

Dreiundzwanzig Jahre lang war der Elternabend der Abend, vor dem sich mein Hals zusammenzog wie von selbst. Das war an der Clermont-Ferrand-Schule, in der ich Klassenlehrerin war, meistens dritte oder vierte Klasse, und der Kloß kam zuverlässig, egal wie gut ich vorbereitet war. Nach dem letzten Elternteil, der gegangen war, wollte ich raus aus dem Schulgebäude und laufen, einfach nur laufen, bis der Druck in der Brust nachließ.

Diese Abendspaziergänge habe ich mir über Jahre antrainiert. Der Weg führte oft an der Würstlküche am Watmarkt vorbei, wenn dort schon die letzten Gäste aufgegessen hatten und die Grillkohle langsam auskühlte, und ich lief weiter Richtung Altstadt, bis meine Beine müde waren. Geholfen hat es kaum. Das Herzrasen war am nächsten Morgen trotzdem da, oft schon vor sechs, und der Kloß im Hals wartete einfach auf den nächsten Elternabend. Ein Spaziergang löst offenbar nicht auf, was sich über Jahre in einem festgesetzt hat -- das musste ich erst akzeptieren, bevor ich überhaupt bereit war, es mit etwas anderem zu versuchen.

Journaling-Werkzeug für die Zahlencode-Praxis: Füllfederhalter auf handschriftlichen Zahlenfolgen im Leinen-Heft

Marianne ruft an, mitten im Töpferkurs

Marianne ruft neuerdings öfter an, meistens abends, und redet dann so schnell, dass ich zweimal nachfragen muss. Meine alte Studienfreundin aus Augsburg hat vor Kurzem einen Töpferkurs an der Volkshochschule begonnen, und sobald sie von einer neuen Idee erzählt, überschlägt sich ihre Stimme regelrecht. Beim letzten Anruf ging es um eine Schale, die beim Brennen reißen könnte, und darum, wie viel Ton sie zur nächsten Sitzung mitbringen soll. Zugehört habe ich gern -- ihre Begeisterung ist ansteckend, auch wenn ich selbst mit Ton nichts anfangen kann.

Sie war es auch, die mir im Juni 2024 ein schmales Buch in die Hand gedrückt hat: Zahlen-Code [Mein Sonntagsbegleiter] von Rosina Kaiser, mit dem Kommentar, das sei etwas Kleines für den Sonntag, nichts Großspuriges. Skeptisch war ich trotzdem. Als Lehrerin habe ich einen gesunden Argwohn gegen alles, was nach schnellem Heilsversprechen klingt, aber Rosina Kaisers Ton war leise genug, dass ich weiterlas.

Eine Software, die nicht zu meinem Küchentisch passt

Eine ehemalige Kollegin hat mir letzten Herbst von Radionik-Software erzählt, die die Berechnung angeblich automatisch übernimmt und alles harmonisiert. Programme wie MeineRadionik oder die einfachere Version EasyRadionik hat sie mir sogar am Handy gezeigt, und es gibt inzwischen auch einen MeineRadionik Premium Videokurs für alle, die es technisch genauer wissen wollen.

Reingeschaut habe ich kurz, mehr aus Höflichkeit als aus echtem Interesse. Am Bildschirm fühlte sich das sofort wieder an wie Verwaltungsarbeit und Zeugnisformulare, genau das, wovon ich mich am Sonntag erholen will. Für Leserinnen, die technikaffiner sind als ich, mag so eine Software ein sinnvoller Einstieg sein -- meine Gedanken dazu, warum Papier für mich die bessere Wahl bleibt, habe ich in einem Text über digitales Tagebuch versus Papier genauer aufgeschrieben. Am Küchentisch in der Ostengasse bleibt es bei Stift und Leinen-Heft.

Altbaufenster-Blick über Regensburg am Abend: Ruhepunkt in der Burnout-Prävention nach Feierabend

Eine Zahl ins Leinen-Heft schreiben

Sonntagnachmittags sitze ich am selben Küchentisch im zweiten Stock, mit Blick über den Hinterhof auf den kleinen Steinbrunnen und die Rückseite von Bäcker Prantl. Die alten Dielen knarren meistens nur morgens beim ersten Schritt, aber gegen drei Uhr ist es sonntags so still, dass ich die Domglocken höre -- gedämpft und ein paar Sekunden zeitversetzt, als würden sie einen Umweg durch den Hinterhof nehmen, bevor sie bei mir ankommen. Das Ringbuch mit den Kinderzeichnungen der Klasse 3b von 2019 steht noch da, wo es immer steht, und die Lavendelvase daneben kippt seit Monaten leicht zur Seite, ganz gleich, wie oft ich sie geraderücke.

Es ist jetzt die sechste Woche, in der ich das mache, jeden Sonntag dieselbe halbe Stunde, und beim Schreiben merke ich etwas Kleines: Wenn ich die Tageszahl ins Leinen-Heft eintrage, drückt meine Hand nicht mehr so fest auf den Stift wie noch vor ein paar Wochen. Der Füller gleitet leichter über das Papier, fast so, als hätte sich etwas in den Fingern selbst gelöst. Über solche kleinen Verschiebungen habe ich vor einiger Zeit auch in einem Text zur emotionalen Entlastung im Sonntagsjournal geschrieben, auch wenn ich damals noch nicht wusste, wie lange es dauern würde, bis ich es selbst so genau bemerke.

Nicht jede Woche zeigt so ein Muster. Es gab Sonntage, an denen ich die Zahl aufgeschrieben und danach genau gar nichts gespürt habe außer der Müdigkeit einer normalen Woche. Die Zahlen ersetzen kein Gespräch und keinen Spaziergang und schon gar keine Nacht mit ausreichend Schlaf -- sie sind eher eine kleine, wiederkehrende Pause, in der ich merke, was gerade tatsächlich in mir los ist, statt es einfach zu überspielen.

Sechs Wochen später: ein Montag ohne das alte Echo

Was in der Altersteilzeit eigentlich schwerer wiegt als die Unruhe selbst, ist die Frage, wer ich bin, wenn ich nicht mehr die Klassenlehrerin der 3b bin -- eine Frage, die ich in einem anderen Text ausführlicher angehe, hier reicht der Hinweis, dass sie nachts lauter wird als tagsüber.

Mitgenommen habe ich aus diesen sechs Wochen vor allem eines, simpel genug, um es aufzuschreiben, ohne dass es großspurig klingt: Eine Zahl allein macht aus einem schweren Montag keinen leichten. Aber ein paar ruhige Minuten am Sonntag, in denen ich nur eine einzige Zahl anschaue, statt an zwölf Dinge gleichzeitig zu denken, nehmen dem Abend davor etwas von seiner Schärfe. Das reicht mir inzwischen als Maßstab -- nicht, ob die Unruhe verschwindet, sondern ob sie kleiner wird.

Die Arbeit mit dem Zahlen-Code hat mir dabei geholfen, aus dem Sonntagabend-Tief herauszufinden, ähnlich wie ich es auch in meinem Text über den Sonntagsblues in der Altersteilzeit beschrieben habe. Ein Werkzeug unter mehreren, keine Ausbildung, kein Zertifikat, nur ein Heft und eine halbe Stunde Zeit.

Morgen früh gehe ich wieder in die Clermont-Ferrand-Schule, zwei ruhige Fächer, zwölf Wochenstunden insgesamt, und danach zurück hierher in die Ostengasse. Der Brunnen im Hinterhof wird weiterplätschern, ganz gleich, wie der Montag verläuft, und das Leinen-Heft bleibt liegen, bis der nächste Sonntag kommt. Eine Zahl nach der anderen, eine Woche nach der anderen -- mehr verspreche ich mir davon inzwischen nicht.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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