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Einsamkeit im Ruhestand vorbeugen durch das Sonntagsjournal mit Zahlen-Code

Einsamkeit im Ruhestand vorbeugen: Küchentisch in der Regensburger Altstadt mit Leinen-Heft, Fencheltee und Blick in den ruhigen Hinterhof

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich zuletzt einen ganzen Nachmittag allein verbracht habe, ohne dass sich das wie Einsamkeit angefühlt hat. Diese Frage stelle ich mir öfter, seit ich aus dem Klassenzimmer in die Altersteilzeit gewechselt bin und der Küchentisch in meiner Altbauwohnung in der Ostengasse zum festen Ort für mein Sonntagsjournal mit dem Zahlen-Code geworden ist. Numerologie als Selbsthilfe klingt für Außenstehende oft nach Zauberei, für mich ist sie eher ein nüchternes Werkzeug gegen die Leere, die nach dreiundzwanzig Jahren im Schuldienst plötzlich Platz beansprucht hat. Lehrergesundheit war in meinem alten Berufsalltag nie ein Thema, mit dem sich jemand ernsthaft beschäftigt hat, und erst in der Altersteilzeit habe ich gemerkt, wie sehr mir eine klare Struktur gefehlt hätte.

Alleinsein ist nicht dasselbe wie Einsamkeit

Alleinsein und Einsamkeit werden in den meisten Gesprächen, die ich führe, wie Synonyme behandelt, dabei sind das für mich zwei ziemlich unterschiedliche Zustände. Alleinsein bedeutet für mich schlicht: kein Mensch im Raum. Einsamkeit beginnt für mich erst dort, wo der innere Dialog verstummt, weil eine äußere Struktur weggefallen ist, an der ich mich vorher orientiert habe. In den stillen Phasen der Altersteilzeit habe ich beide Zustände lange verwechselt und mir deshalb Vorwürfe gemacht, wenn ein ruhiger Sonntagnachmittag sich plötzlich schwer anfühlte.

Der Unterschied lässt sich für mich an einer einzigen Frage festmachen: Will ich am nächsten Tag noch mit jemandem sprechen, oder ziehe ich mich innerlich komplett zurück? Bei echtem Alleinsein bleibt der Wunsch nach Kontakt bestehen, er ist nur gerade nicht dringend. Bei Einsamkeit verschwindet sogar dieser Wunsch, und genau das ist für mich das Warnsignal, auf das ich inzwischen achte, bevor ich mir überhaupt Gedanken über Zahlen oder Muster mache.

Wenn aus Stille Einsamkeit wird

Mein wöchentliches Ritual mit Heft und Tee, das ich an anderer Stelle ausführlicher beschrieben habe, ist im Kern genau dafür gedacht: eine feste Verabredung mit mir selbst, die nicht von der Tagesform abhängt. Wie der Ablauf im Detail aussieht, gehört in einen anderen Beitrag, hier geht es mir um die Funktion und nicht um die Choreografie. Die Funktion ist simpel: Ein fester Termin verhindert, dass eine stille Woche unbemerkt in eine einsame Woche kippt, weil ich spätestens sonntags gezwungen bin, kurz innezuhalten und nachzuspüren, wo ich gerade stehe.

Zahlen-Code-Journal gegen Einsamkeit in der Altersteilzeit: handschriftliche Zahlen im Leinen-Heft neben einer Tasse Fencheltee

Gestern, Samstag, war ich auf dem Bauernmarkt am Neupfarrplatz und habe mir am Blumenstand ein Bündel Lavendel für den Küchentisch gekauft, das inzwischen schon die zweite oder dritte schiefe Vase ziert. Solche kleinen, wiederkehrenden Handlungen sind für mich der eigentliche Schutz gegen Einsamkeit im Ruhestand, mehr als jede einzelne Zahl im Heft.

Ein Heft, das nach drei Einträgen im Regal landete

Bevor ich mit dem Zahlen-Code angefangen habe, hatte ich schon einmal ein klassisches Tagebuch versucht, eines von diesen linierten Büchern, wie man sie in jedem Schreibwarenladen findet. Nach drei Einträgen stand es im Regal, und dort blieb es lange stehen. Das Problem war nicht das Schreiben an sich, sondern dass mir jede Struktur fehlte, an der ich mich beim leeren Blatt hätte festhalten können. Ohne Anker verläuft sich bei mir jede gute Absicht schnell im Sand, das war bei den Elternabend-Vorbereitungen früher schon so und ist bei privaten Vorhaben nicht anders.

Der Unterschied zum Zahlen-Code liegt genau in diesem Anker: Jeder Sonntag bekommt einen konkreten Ausgangspunkt statt eines leeren weißen Blatts. Das hat mir nebenbei geholfen, Mental Load bei Lehrern zu reduzieren, weil ich nicht mehr jeden Sonntag neu entscheiden musste, worüber ich überhaupt schreibe.

Die Rolle verschwindet, der Hinterhof bleibt

Was in der Altersteilzeit wirklich verschwindet, ist vor allem die soziale Seite des alten Berufs: Die Lehrerinnen-Pausenküche mit dem Wasserkocher auf Sparstufe gibt es für mich nicht mehr, die kurzen Gespräche zwischen zwei Unterrichtsstunden auch nicht. Der Hinterhof mit dem kleinen Steinbrunnen hinter meinem Küchenfenster dagegen ist derselbe geblieben wie vorher, mit derselben Aussicht auf die Rückwand der Bäckerei Prantl. Diese Verschiebung, die eine Seite fällt weg, die andere bleibt unverändert stehen, erklärt für mich einen guten Teil davon, warum sich Identität nach dem Lehrerberuf so seltsam halbiert anfühlt.

Altersteilzeit-Alltag in der Regensburger Altstadt: schiefe Lavendelvase vom Neupfarrplatz-Bauernmarkt neben einem alten Ringbuch mit Kinderzeichnungen

Um diesem Gefühl der Halbierung etwas entgegenzusetzen, habe ich angefangen, alte Schulunterlagen zu entsorgen, Ordner für Ordner, nicht alles auf einmal. Nicht alles ist gegangen: Ein Ringbuch mit Kinderzeichnungen der Klasse 3b von 2019 steht weiterhin im Regal neben dem Herd, und das ist auch gut so.

Marianne, eine alte Studienfreundin aus Augsburg, mit der ich seit dem Berufseinstieg locker in Kontakt bin, schickt mir hin und wieder unangekündigt eine Sprachnachricht mit einem bairischen Kochrezept, einfach so, ohne besonderen Anlass. Solche kleinen Lebenszeichen wiegen für mich inzwischen schwerer als große Verabredungen, gerade weil sie nichts von mir verlangen außer kurzem Zuhören.

Was andere mich fragen

Eine Leserin aus Landshut hat mir vor einiger Zeit nach einem meiner Einträge geschrieben und wissen wollen, wie ich meine Zeit in der Altersteilzeit eigentlich einteile, ob es feste Termine gibt oder nur dieses eine Sonntagsritual. Bärbel, so heißt sie, fragt inzwischen öfter genau danach, und ich verstehe, warum: Zwölf Unterrichtsstunden an zwei Vormittagen lassen sehr viel offene Zeit übrig, die gefüllt werden will, ohne dass man sich in Termine flüchtet, nur um nicht allein zu sein.

Andere Fragen kommen ähnlich oft: ob man die Tageszahl, die Lebenszahl oder die persönliche Jahreszahl auch nachträglich für vergangene Jahre berechnen kann, wie sich Rosina Kaisers Heilzahlen von der klassischen Numerologie unterscheiden, oder ob man das Ganze lieber digital als auf Papier führen sollte. Solche Fragen beantworte ich inzwischen kurz und verweise auf ausführlichere Beiträge, weil ich hier nicht die ganze Zahlen-Code-Methode von vorne erklären möchte. Genauso oft taucht die Frage nach dem eigenen inneren Kritiker auf, diesem leisen Perfektionismus, der einem einredet, man mache das Journal ohnehin falsch, auch das ist ein Thema, das an anderer Stelle mehr Platz verdient als ein einzelner Absatz hier. Und wenn ich gefragt werde, wie sich Numerologie von Human Design oder anderen Deutungssystemen unterscheidet, sage ich offen, dass ich selbst noch dabei bin, mir darüber eine klare Meinung zu bilden.

Regensburger Altstadt aus dem Altbaufenster: stiller Hinterhof mit Steinbrunnen als Rückzugsort gegen Einsamkeit im Ruhestand

Eine ehemalige Kollegin hat mich letztens auch nach Radionik-Software gefragt, nach Namen wie EasyRadionik oder MeineRadionik und einem dazugehörigen Videokurs. Davon habe ich keine Ahnung und würde so etwas auch nicht selbst empfehlen, das ist einfach nicht meine Praxis. Wie sich der Zahlen-Code im ganz normalen Alltag anwenden lässt, jenseits des Sonntagnachmittags, ist wiederum eine eigene Geschichte, die an anderer Stelle ausführlicher erzählt wird.

Der Test, den ich mir jeden Sonntag stelle

Beim Frühstück ist mir neulich aufgefallen, dass ich gar nicht mehr automatisch zur Küchenuhr schaue, sobald ich mich an den Tisch setze, ein Reflex, den ich mir früher vor jedem Schultag antrainiert hatte und der einfach von selbst verschwunden ist. Kein großer Moment, eher eine kleine Beobachtung am Frühstückstisch, aber genau solche kleinen Beobachtungen sind für mich verlässlicher als jede einzelne Zahl im Heft.

Der eigentliche Test, den ich mir mittlerweile jeden Sonntag stelle, hat nichts mit einer einzelnen Zahl selbst zu tun, sondern mit der Frage von vorhin: Fehlt mir gerade jemand, oder genieße ich einfach nur die Ruhe? Solange die Antwort das Zweite ist, lasse ich die Stille stehen, ohne sie zu bekämpfen. Wird daraus ein dumpfes Gefühl von Leere, das über den Sonntag hinaus in die Woche zieht, rufe ich lieber jemanden an oder gehe zum Markt, statt mich hinter dem Heft zu verstecken. Diese eine Unterscheidung, mehr als jede Berechnung, ist das, was mich bisher zuverlässig vor echter Einsamkeit im Ruhestand bewahrt hat.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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