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Die Lehrerrolle ablegen und im Privatleben ankommen mit dem Sonntagsjournal

Sonntagsjournal und Zahlen-Code: eine Altersteilzeit-Lehrerin legt die Lehrerrolle im Privatleben ab

Auf der einen Seite ein Pflichtseminar mit Flipchart und Broschüre, verordnet von der Bildungsgewerkschaft — auf der anderen ein Leinen-Heft an einem freien Nachmittag, das mir niemand vorgeschrieben hat. Zwischen diesen beiden Polen liegt fast mein ganzer Weg aus der Lehrerrolle heraus, hinein in ein Privatleben, das sich seit der Altersteilzeit langsam wieder wie meins anfühlt. Der Zahlen-Code von Rosina Kaiser und das Sonntagsjournal, das daraus entstanden ist, haben dabei mehr bewegt als jede verordnete Fortbildung zur Burnout-Prävention — genau diesen Unterschied will ich hier nebeneinanderlegen, nicht als Werbung für die eine oder gegen die andere Seite, sondern als ehrlichen Vergleich.

Hinweis vorab: In diesen Zeilen stecken auch Affiliate-Links. Kaufst du über so einen Link etwas, bekomme ich eine kleine Provision, an deinem Preis ändert das nichts. Ich schreibe grundsätzlich nur über Dinge, die tatsächlich Teil meines Sonntagnachmittags waren, nie über etwas, das ich nur vom Hörensagen kenne.

Ein Pflichtseminar gegen ein freiwilliges Sonntagsjournal

Im vorletzten Schuljahr, mitten in der Phase, die ich heute als mein Burnout bezeichne, hat mich die Schule zu einem Stressmanagement-Seminar der Bildungsgewerkschaft geschickt. Ein Nachmittag mit Moderationskarten, Atemübungen im Stuhlkreis und einer Broschüre zum Mitnehmen. Neben mir saßen Kolleginnen, die genauso erschöpft wirkten, wie ich mich fühlte, und die Trainerin sprach in einem Tonfall, der eher an eine Dienstbesprechung erinnerte als an echte Fürsorge.

Am Ende der Fortbildung hatte sich nichts verschoben. Der Kloß im Hals vor dem nächsten Elternabend war derselbe wie vorher, nur dass ich jetzt zusätzlich einen Ordner mit Handouts besaß, den ich nie wieder aufgeschlagen habe. Was mir an dem Seminar fehlte, war nicht Fachwissen, sondern die Erlaubnis, selbst zu entscheiden, was ich brauche und wann. Wer die Ursachen von Burnout genauer verstehen möchte, als ich es damals konnte, findet hier eine ausführlichere Einordnung.

Alte Schultafel und Lehrer-Wochenplan als Sinnbild für Burnout-Prävention in der Altersteilzeit

Warum das Seminar nichts bewegt hat

Zwei Dinge haben mir gefehlt, das habe ich erst später verstanden: eine eigene Wahl und ein Anker, der zu einem bestimmten Tag gehört statt zu einem Schulungskalender. Das Seminar war für alle gleich gedacht, unabhängig davon, ob jemand seit einem Jahr oder seit zwanzig Jahren unterrichtete. Der Zahlen-Code, den mir eine Studienfreundin im Sommer 2024 in die Hand gedrückt hat, mit dem Kommentar, es sei nur etwas Kleines für den Sonntag, hat fast das Gegenteil gemacht: eine Tageszahl, die genau an diesem einen Sonntag zu mir gehörte und an keinem anderen.

Ankommen war dabei kein einzelner Moment, sondern eine langsame Verschiebung im Hintergrund. In einem älteren Text beschreibe ich genauer, wie ich nach der Schule wirklich zu Hause angekommen bin. Der Unterschied zum Seminar war, dass mir niemand vorschrieb, wie dieser Prozess auszusehen hatte — ich habe ihn mir selbst zusammengesetzt, aus Tageszahl, Lebenszahl und irgendwann auch der persönlichen Jahreszahl, die ich seltener zurate ziehe, aber ähnlich schätze. Von Heilzahlen im engeren Sinn, wie sie manche in der Szene benutzen, weiß ich vergleichsweise wenig — das ist nicht mein Werkzeug, auch wenn Leserinnen gelegentlich danach fragen.

Trägt der Dienstagmorgen genauso wie der Sonntagnachmittag?

Eine Leserin namens Agathe Lindner, selbst pensionierte Lehrerin und ursprünglich aus der Oberpfalz, hat vor einiger Zeit unter einem Beitrag zur Tageszahl einen Kommentar hinterlassen: Sie mache dasselbe wie ich, nur dienstags nach dem Frühstück statt sonntags nachmittags, mit einem Notizbuch statt meinem Leinen-Heft. Ihr Kommentar stand ohne Profilbild da, wie fast alle ihre Beiträge seither. Diese Verschiebung des Wochentags hat mich länger beschäftigt: Offenbar zählt weniger, welcher Tag es ist, als dass es überhaupt ein fester Tag ist, an dem etwas Bestimmtes passiert und alles andere warten muss.

Nicht jeder Sonntag liefert etwas. Es gibt Nachmittage, an denen die Tageszahl mir nichts sagt, an denen ich das Heft nach zwei Zeilen wieder zuklappe und stattdessen einfach nur dasitze. Das gehört genauso dazu wie die Male, in denen mich eine einzelne Zahl tagelang begleitet. Vor kurzem fiel mein Blick auf das alte Ringbuch mit den Kinderzeichnungen der Klasse 3b aus dem Jahr 2019 — zum ersten Mal, ohne dass sich sofort dieser alte Sog zurück ins Klassenzimmer einstellte. Kein Widerstand, kein Kloß im Hals, nur bunte Buntstiftbilder, die zu einer anderen Zeit gehören.

Helga Wittmann zweifelt, und das zu Recht

Meine frühere Kollegin Helga Wittmann, mit der ich mir jahrelang den Wasserkocher auf Sparstufe in der Pausenküche geteilt habe und die inzwischen selbst in reduzierter Arbeitszeit ist, ruft manchmal donnerstags zwischen zwei Unterrichtsstunden an. Sie fragt dann geradeheraus, ob ich wirklich glaube, dass eine Zahl irgendetwas über meinen Tag aussagt, und sie meint das nicht unfreundlich, nur pragmatisch. Eine Antwort bleibe ich ihr oft schuldig, weil ich es selbst nicht restlos erklären kann — ich weiß nur, dass sich meine Woche anders anfühlt, wenn ich sonntags fünfzehn Minuten für die Zahlen genommen habe, als wenn ich es sein lasse.

Der Perfektionismus, den ich mir im Klassenzimmer angewöhnt hatte, meldet sich dabei öfter, als mir lieb ist — etwa wenn ich anfange, meinen eigenen Tagebucheintrag gedanklich zu korrigieren, statt ihn einfach stehen zu lassen. Das kostet mentale Energie, die früher in Notenlisten und Elternabende floss und jetzt eigentlich frei sein sollte. Manchmal löst eine einzelne Zahl dabei etwas, das sich wie ein alter Knoten anfühlt, aber ich hüte mich davor, daraus mehr zu machen, als es ist. Das Buch Zahlen-Code, mein Sonntagsbegleiter, kommt bei den Leserinnen im Schnitt auf 4,5 von 5 Sternen, was für ein schmales Buch ohne große Versprechen beachtlich ist — wer allerdings einen strukturierten Videokurs erwartet, findet hier keinen, es bleibt bei Text und eigener Auslegung.

Blaues Tintenfass neben abgelegtem Rotstift: vom Korrigieren zum Sonntagsjournal mit dem Zahlen-Code

Eine Randnotiz zur Radionik

Papier gegen Bildschirm ist ein Vergleich, der sich woanders auf diesem Blog ausführlicher lohnt als hier — für mich reicht die kurze Feststellung, dass mein Leinen-Heft keinen Akku und keine Benachrichtigung hat, und das ist wahrscheinlich der halbe Grund, warum es funktioniert. Eine Leserin fragte neulich nach Software-Alternativen, und ich habe ihr klipp und klar gesagt, dass MeineRadionik etwas ganz anderes ist als mein Sonntagsritual — technischer, bildschirmbasiert, eher etwas für Menschen mit einem Zugang zu Zahlen und Feldern, den ich selbst nicht habe. Es gibt in dem Umfeld auch EasyRadionik als einfacheren Einstieg und einen Premium-Videokurs einer anderen Anbieterin für alle, die lieber zusehen als lesen, aber ich kann zu keinem der beiden aus eigener Erfahrung sprechen.

Andere Systeme wie Human Design kenne ich nur vom Rand her, weil eine ehemalige Kollegin einmal davon erzählt hat, und ich vergleiche sie nicht mit dem Zahlen-Code, weil ich beide nicht gut genug kenne, um das seriös zu tun. Im Alltag zählt für mich ohnehin weniger die Theorie als die Anwendung: eine Zahl, ein Gedanke dazu, eine halbe Stunde, in der das Wochenprogramm einer Lehrerin keine Rolle mehr spielt.

Nachmittagsschatten des Regensburger Doms in der Altstadt: ruhiger Alltag nach der Lehrerrolle

Am Donauufer in Stadtamhof ziehe ich die eigentliche Bilanz

Gestern bin ich am späten Nachmittag am Donauufer in Stadtamhof entlanggegangen, nahe der Eisernen Brücke, mit Blick zurück auf die Türme der Regensburger Altstadt am anderen Ufer. Die Domglocken kamen von dort herüber, gedämpft und ein paar Sekunden versetzt zum sichtbaren Läuten, wie durch Watte gelegt. Seit gut zwei Jahren bin ich nicht mehr Klassenlehrerin — das ist keine Erleuchtung, nur eine Feststellung, die sich an einem solchen Nachmittag leichter anfühlt als an einem Dienstag vor der Klasse.

Wenn ich die beiden Wege nebeneinanderlege, komme ich zu einem klaren Schluss: Ein verordnetes Seminar kann sinnvoll sein, solange man mitten im vollen Schulalltag steckt und schlicht keine Zeit hat, sich selbst einen Rahmen zu geben — dann ist ein fester Termin von außen besser als gar keiner. Ein selbstgewähltes Ritual wie das Sonntagsjournal funktioniert dagegen erst, wenn der Freiraum bereits da ist und nur noch gefüllt werden muss, so wie es bei mir seit der Altersteilzeit der Fall ist. Was mir das Lernen von Geduld über die Tageszahl beigebracht hat, wäre mir in einem Stuhlkreis mit Moderationskarten vermutlich nie begegnet.

Falls du selbst nach einem Weg suchst, die Schule oder einen anderen Vollzeit-Alltag am Wochenende wirklich hinter dir zu lassen, lohnt sich vielleicht kein neues Seminar, sondern ein ruhiger Blick in Rosina Kaisers Zahlen-Code. Nötig ist dafür kein Glaube an Zahlenmystik, nur eine halbe Stunde und die Bereitschaft, sie sich selbst zu nehmen, statt sie sich verordnen zu lassen.

Bitte behalte dabei im Hinterkopf, dass ich hier ausschließlich von meinen eigenen Sonntagnachmittagen erzähle, nicht als Ärztin oder Therapeutin. Wer sich über längere Zeit erschöpft fühlt, sollte das mit einer Fachperson besprechen und nicht mit einem Heft allein lösen wollen. Ein Journal kann eine Ergänzung im Alltag sein, aber niemals ein Ersatz für professionelle Hilfe.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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