Zaerin

Wie man emotionale Altlasten aus dem Schuldienst mit Heilzahlen loslassen kann

Wie man emotionale Altlasten aus dem Schuldienst mit Heilzahlen loslassen kann

An einem trüben Sonntagnachmittag im Mai saß ich am Küchentisch in der Ostengasse. Der Duft von feuchtem Kopfsteinpflaster zog durchs gekippte Fenster herein, als mich plötzlich wieder dieses vertraute, bleierne Engegefühl in der Brust erfasste – derselbe Druck wie vor früheren Zeugniskonferenzen, obwohl ich längst in Altersteilzeit bin.

Dreiundzwanzig Jahre lang war ich Lehrerin an der Clermont-Ferrand-Schule im Regensburger Westen. Dreiundzwanzig Jahre derselbe Pausenhof-Lärm, dieselben bangen Fragen am Elternsprechtag, dieselbe Sorge, ob man allen gerecht wird. Man gibt den Schlüssel zur Schultür ab, aber das Nervensystem behält den Dienstplan noch lange im Gedächtnis.

Das bleierne Erbe aus dreiundzwanzig Jahren Klassenzimmer

Wer nie im bayerischen Schuldienst gestanden hat, kann sich die stumme Wucht des Alltags kaum vorstellen. Das reguläre Vollzeit-Stundendeputat an bayerischen Grundschulen liegt bei 28 Unterrichtsstunden pro Woche. Was auf dem Papier überschaubar wirkt, bedeutet in der Realität achtundzwanzig Stunden vollkommene Wachsamkeit vor zwanzig bis fünfundzwanzig Kindern – und noch einmal mindestens ebenso viele Stunden am heimischen Schreibtisch mit Korrekturen, Vorbereitungen und Förderplänen.

Als ich im Januar 2024 die Reißleine zog und in Altersteilzeit ging, dachte ich naiv, die Erleichterung würde am nächsten Morgen einfach so eintreten. Meine Unterrichtsverpflichtung schrumpfte auf zwölf Wochenstunden, verteilt auf Dienstag und Donnerstag Vormittag. Eine liebe Kollegin übernahm meine damalige Klasse 3b. Doch die inneren Gespenster zogen nicht aus. Sie saßen sonntags pünktlich zum Kaffeetrinken mit am Tisch.

Ich sah wieder die unruhigen Augen eines kleinen Buben namens Jonas aus meinem letzten Schuljahr vor mir. Ich hörte die aufgebrachten Stimmen von Eltern, deren Erwartungen ich unmöglich erfüllen konnte. Und vor allem spürte ich diese nagende Selbstanklage: Hast du genug getan? Hättest du geduldiger sein müssen?

Detailaufnahme eines Füllfederhalters neben handschriftlichen Notizen im Leinenheft

Der Denkfehler beim Loslassen: Warum Wollen oft blockiert

Im Juni 2024 drückte mir eine alte Studienfreundin aus Augsburg ein Buch über Zahlencodes nach Rosina Kaiser in die Hand. 'Irgendwas Kleines für den Sonntag, nichts Großspuriges', meinte sie damals am Telefon. Ich kaufte mir ein schlichtes Leinenheft und stellte mir eine Tasse Fencheltee auf den Küchentisch, direkt neben die schiefe Lavendelvase, die ich samstags am Neupfarrplatz erstanden hatte.

Anfangs machte ich denselben Fehler, den viele gestresste Pädagoginnen machen: Ich wollte das Loslassen erzwingen. Ich suchte mir Zahlenreihen für seelischen Frieden heraus und sagte mir innerlich fast befehlend vor: 'Jetzt lass diesen alten Ärger endlich los. Sei dankbar für die Ruhe.' Doch genau hier lag die Falle.

Die ständige Fokussierung auf das bewusste Loslassen von Altlasten erzeugt oft erst den Widerstand, der emotionale Blockaden im Schuldienst chronisch statt durch Heilzahlen lösbar macht. Je verbissener ich versuchte, eine Erinnerung an eine missglückte Lehrprobe oder einen verpatzten Elternabend wegzuschieben, desto hartnäckiger krallte sich das Schuldgefühl fest. Das Gehirn versteht ein erzwungenes 'Nicht-Mehr-Daran-Denken' nun einmal als Alarmbereitschaft.

Ich musste erst begreifen: Heilzahlen sind kein Werkzeug zum Wegdrücken. Wer verstehen möchte, warum das Schreiben im Leinen-Heft mit dem Zahlen-Code Buch so beruhigend wirkt, merkt schnell, dass es nicht um Löschung geht, sondern um ruhiges Betrachten ohne Bewertung.

Die stille Praxis am Sonntagnachmittag

Nach etwa sechs Wochen vorsichtigem Ausprobieren änderte ich meine Herangehensweise. Ich setzte mich sonntags gegen drei Uhr an den Tisch. Kein hochtrabendes Ritual, keine Räucherstäbchen. Nur der Blick hinaus in den Hinterhof auf den kleinen Steinbrunnen und die Lieferanteneinfahrt vom Bäcker Prantl.

Dampfende Teetasse und Lavendelvase auf einem Holztisch im warmen Nachmittagslicht

In der Praxis der Zahlencodes nach Rosina Kaiser werden Zahlenfolgen nicht als große, mathematische Summen gelesen, sondern Ziffer für Ziffer mit kurzen Zwischenräumen fokussiert und visualisiert. Genau darin lag für mich die Rettung vor dem Gedankenkarussell. Eine Ziffer verlangt eine ganz einfache, sachliche Aufmerksamkeit.

Wenn die alte Unruhe hochkam – etwa die Angst vor dem nächsten Dienstagvormittag oder die Schuldgefühle wegen früherer Klassen –, schlug ich mein Heft auf. Ich wählte eine Zahlenreihe für innere Harmonie oder Gelassenheit und schrieb sie langsam auf das Papier. Ziffer für Ziffer. Eine Sieben. Ein kleiner Abstand. Eine Vier. Eine Eins.

Der bittere Geschmack von abgekühltem Fencheltee auf der Zunge begleitete mich dabei, während das Herzklopfen beim Zeichnen der Sieben spürbar nachließ. Mein Stift glitt über das raue Papier, und mein Kopf war für ein paar Augenblicke nur mit der Form dieser einen Zahl beschäftigt. Nicht mit Jonas. Nicht mit dem Lehrplan. Nur mit dem Bogen der Ziffer.

Es gab auch Sonntage, an denen gar nichts passierte. An einem Sonntag Ende September blieb das Leinenheft komplett zu; ich starrte zwanzig Minuten lang auf die graue Hofmauer und dachte nur an den Wocheneinkauf. Heilzahlen sind keine Zauberei, die auf Knopfdruck eine Erleuchtung bringt. Wer sich mit der Methode vertraut machen möchte, findet etwa im Einstieg in die Welt der Heilzahlen mit dem MeineRadionik Premium Videokurs strukturierte Anregungen – ich selbst brauchte einfach dieses schlichte, händische Aufschreiben.

Vom Schuldgefühl zur friedlichen Würdigung

An einem sonnigen Herbstnachmittag im Oktober geschah etwas Unerwartetes. Ich saß wieder am Tisch, die Domspitzen warfen bereits lange Schatten über die Altstadtdächer. Ich notierte eine Reihe für seelische Vergebung. Plötzlich dachte ich an die Bundesjugendspiele 2016 zurück, an denen ein Mädchen bitterlich weinte, weil ich ihre Zeit falsch notiert hatte. Jahrelang hatte mich diese scheinbare Kleinigkeit beschämt.

Doch beim langsamen Aufschreiben der Zahlen spürte ich keinen Stich mehr. Kein Zusammenziehen der Kehle. Es war einfach ein Fakt: Es war damals passiert. Ich war erschöpft gewesen, ich hatte einen Fehler gemacht, und das Mädchen ist heute längst erwachsen. Die Zahlenreihe wirkte wie ein hölzernes Treppengeländer, an dem ich mich festhalten konnte, während ich die alte Erinnerung ohne Urteil vorbeiziehen ließ.

Ich bin weder Psychologin noch Ärztin, und ich habe keinerlei Heilpraktiker-Ausbildung. Bei einem tiefen Erschöpfungssyndrom oder einer Depression ersetzen solche stillen Schreibübungen niemals den Gang zum Hausarzt oder eine professionelle Psychotherapie; diese Hilfe habe ich mir vor meiner Altersteilzeit selbst geholt, und sie war unverzichtbar. Doch für die feinen, zähen Nachwehen des Berufslebens ist die Zahlenarbeit ein heilsames Geländer.

Heute trage ich die Clermont-Ferrand-Schule noch immer in mir – aber nicht mehr wie einen schweren Rucksack voll unkorrigierter Hefte. Eher wie ein altes Fotoalbum im Regal, das man mit mildem Lächeln schließt, bevor man die Tasse Fencheltee austrinkt und am Donauufer entlang bis zur Steinernen Brücke spaziert.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

Verwandte Artikel