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Warum das Schreiben im Leinen-Heft mit dem Zahlen-Code Buch so beruhigend wirkt

Leinen-Heft, Fencheltee und Zahlen-Code Buch am Küchentisch – Numerologie für Anfängerinnen im Altersteilzeit-Alltag
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Dreißig Minuten, nicht eine mehr. So lange sitze ich mittlerweile seit zwei Jahren jeden Sonntag mit dem Leinen-Heft am Küchentisch in der Ostengasse, das Geburtsdatum vor mir, der Fencheltee noch zu heiß zum Trinken. Für diese kleine Zahlen-Code-Übung aus Rosina Kaisers Buch brauche ich keine Uhr auf dem Tisch, ich merke selbst, wann die halbe Stunde vorbei ist. Für mich ist das inzwischen ein Stück Numerologie für Anfängerinnen im eigenen Altersteilzeit-Alltag geworden: ein kleiner, wiederkehrender Anker, mehr nicht, und doch mehr, als ich erwartet hätte.

Begonnen hat das alles im Juni 2024, als meine Studienfreundin aus Augsburg mir das Buch einfach in die Hand gedrückt hat, nichts Großspuriges, nur etwas Kleines für den Sonntag, hat sie gesagt. Ich war seit Januar desselben Jahres in Altersteilzeit, mit zwölf Wochenstunden statt einer vollen Klassenleitung, und wusste noch nicht recht, wie ich die freien Nachmittage füllen sollte. Meine Freundin sitzt heute übrigens lieber donnerstags in einem Aquarellkurs an der Augsburger Volkshochschule, Pinsel statt Zahlen, und wenn wir telefonieren, wundern wir uns beide ein bisschen, wie unterschiedlich unsere Sonntage inzwischen aussehen.

Fünf Wochen Zahlen-Code: Was mir beim Frühstück auffiel

In der fünften Woche saß ich eines Morgens beim Frühstück, Brot und Marmelade, nichts Besonderes, und merkte etwas Kleines. Ich hatte seit Monaten nicht mehr automatisch zur Uhr geschaut, bevor ich überhaupt richtig wach war. Früher, in den Jahren an der Schule, war der erste Blick am Morgen fast immer die Uhrzeit gewesen, ein Rechnen, wie viel Zeit bis zum Unterricht noch blieb. Jetzt war das weg, einfach so, ohne dass ich es geplant hätte. Am folgenden Sonntag habe ich diese Beobachtung ins Heft geschrieben, direkt neben die Tageszahl, als kleine Randnotiz ohne großen Kommentar.

Warum ausgerechnet ein Leinen-Heft?

Hand trägt die Tageszahl aus dem Zahlen-Code Buch in ein Leinen-Heft ein – Zahlencode-Übung am Sonntagnachmittag

Warum gerade ein Leinen-Heft und kein glattes Kursheft, habe ich mich selbst oft gefragt. Vielleicht, weil das raue Leinen unter den Fingerspitzen so wenig mit den laminierten Arbeitsblättern zu tun hat, die ich früher für den Unterricht in Massen kopiert habe. Das leise Kratzen des Füllhalters, wenn ich die Tageszahl eintrage, ist mir inzwischen fast wichtiger als die Zahl selbst. Ich schlage dann das Zahlen-Code Buch auf, lese eine Seite, manchmal zwei, und trage ein, was für die Woche zu mir passt. Die Mathematik dahinter erkläre ich hier bewusst nicht – das würde den Nachmittag in etwas verwandeln, was er für mich gerade nicht sein soll.

Und seitdem hat sich auch etwas anderes verändert: meine Konzentration durch diese Übungen am Sonntag ist heute eine andere als vor zwei Jahren. Nicht dramatisch, aber merkbar, so wie sich der Blick auf eine Tafel verändert, wenn man lange genug davorgestanden hat. Früher musste ich dreißig Kinder gleichzeitig im Blick behalten. Jetzt darf ich mich eine halbe Stunde lang auf eine einzige Zahl konzentrieren, und genau diese Beschränkung tut mir gut.

Wenn die Zahlen schweigen

Es gibt auch Sonntage, an denen gar nichts passt. Vor ein paar Wochen saß ich mit der Tageszahl vor mir und konnte beim besten Willen keinen Zusammenhang zur Woche erkennen, die hinter mir lag. Ich habe das Heft trotzdem zugeklappt und es dabei belassen, ohne nach einer Erklärung zu suchen, die sich nicht einstellen wollte. Der Zahlen-Code ist für mich kein Erklärsystem, das an jedem einzelnen Sonntag aufgehen muss, und wenn die Schlaflosigkeit oder das Herzrasen von früher je zurückkämen, wäre mein erster Weg ohnehin wieder der Hausarzt oder die Beratungsstelle, nicht das Heft.

Manche Leserinnen schreiben mir inzwischen auch, ob es nicht technischer ginge, mit Software statt Papier. Ich verweise dann auf Angebote wie MeineRadionik, obwohl ich selbst keine Erfahrung damit habe und es deshalb auch nicht wirklich empfehlen kann – das ist einfach ein anderer Weg als meiner. Mein Leinen-Heft braucht kein Programm, nur Papier, einen Füllhalter und eine ruhige halbe Stunde.

Zahlen-Code Buch auf der Fensterbank mit Blick auf die Regensburger Altstadt – ein ruhiger Moment im Altersteilzeit-Alltag

Ein Anker für meinen Regensburger Samstag

Samstagvormittags gehe ich oft über den Neupfarrplatz, wenn dort der Bauernmarkt aufgebaut ist, zwischen Gemüseständen und Käsetheken hindurch, ohne Eile – fast schon eine kleine Form von Achtsamkeit mitten im Trubel, auch wenn ich das Wort früher nie benutzt hätte. Das hat nichts direkt mit dem Zahlen-Code zu tun, aber es gehört zur selben ruhigeren Woche, die sich seit der Altersteilzeit eingestellt hat. Sonntags, zurück am Küchentisch, zieht manchmal der Bäckereigeruch vom Prantl durchs angekippte Fenster herein, während ich schon beim Schreiben bin, und ich merke ihn oft erst, wenn das Heft längst wieder zugeklappt ist.

Das Zahlen-Code Buch ist für mich deshalb wertvoll, weil es ohne großes Pathos auskommt. Es ist kein Heilsversprechen, eher ein Werkzeug, mit dem ich die Woche ein wenig einordne, ohne daraus eine feste Wahrheit zu machen. Manche Wochen bekommen dadurch eine Farbe, andere bleiben einfach, wie sie sind.

Bevor ich beim Zahlen-Code gelandet bin, hatte ich anderes ausprobiert. Eine Zeit lang bin ich den Anweisungen zur progressiven Muskelentspannung nach Jacobson gefolgt, die mir jemand aus der Beratungsstelle mitgegeben hatte – Fuß anspannen, loslassen, Wade anspannen, loslassen, immer so weiter durch den ganzen Körper. Ich kam mir dabei vor wie bei einer Übung, die eigentlich für eine andere Person gedacht war, nicht für mich, und nach ein paar Abenden habe ich es wieder bleiben lassen. Es gibt eben verschiedene Entspannungstechniken für Lehrer in Altersteilzeit, und diese hier war bei mir keine, die geblieben ist.

Ich habe gelernt, dass Wachstum in der Altersteilzeit selten mit einem großen Schritt beginnt, sondern mit einem kleinen, wiederholten: einer halben Stunde, einem Heft, einem Fencheltee, der jede Woche gleich zu heiß ist. Wenn ich eine Lehre aus diesen zwei Jahren mitgeben könnte, wäre es diese: Nicht die Zahl selbst verändert etwas, sondern die Verlässlichkeit, mit der du ihr jede Woche dieselbe ruhige halbe Stunde gibst.

Jetzt klappe ich das Heft zu. Die Tasse ist leer, und draußen wird es schon wieder früher dunkel als im Sommer. Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, ob Rosina Kaisers Buch etwas für deinen Sonntag wäre, schau es dir in Ruhe an, mehr Zeit brauchst du dafür nicht, als du ohnehin schon fürs Grübeln aufbringst. Pass gut auf dich auf, mit oder ohne Zahlen.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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