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Vom Stress der Clermont-Ferrand-Schule zur Ruhe finden mit dem Zahlen-Code Buch

Vom Stress der Clermont-Ferrand-Schule zur Ruhe finden mit dem Zahlen-Code Buch
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Der Fencheltee in meiner Tasse ist eigentlich noch viel zu heiß, aber ich halte sie trotzdem mit beiden Händen fest. Draußen in der Ostengasse wird es langsam herbstlich, und unten im Hinterhof plätschert der kleine Steinbrunnen so gleichmäßig, dass es fast wie ein Metronom für meine Gedanken wirkt. Auf dem Tisch liegt mein graues Leinen-Heft, daneben das Buch von Rosina Kaiser, das nun schon seit Juni 2024 mein treuer Begleiter ist.

Bevor ich fortfahre, ein kleiner Hinweis: In meinen Texten finden sich gelegentlich Links zu Büchern oder Programmen. Wenn du über so einen Link etwas kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich bleibt der Preis genau gleich. Ich empfehle hier nur Dinge, die ich an meinem eigenen Küchentisch in Regensburg ausprobiert habe. Meine vollständige Offenlegung findest du im Impressum.

Das Ende der Kreidezeit in der Clermont-Ferrand-Schule

Wenn ich heute an die Zeit bis Januar 2024 zurückdenke, fühlt es sich an, als würde ich einen alten Film in Zeitlupe betrachten. Dreiundzwanzig Jahre lang war ich an der Regensburger Clermont-Ferrand-Schule im Westen der Stadt. Dreiundzwanzig Jahre dieselbe Schulleitung, dieselbe grüne Tafel mit dem abgegriffenen Lappen und die kleine Pausenküche, in der wir den Wasserkocher immer auf Sparstufe hielten, um die Sicherungen zu schonen. Ich war mit Leib und Seele Klassenlehrerin, meistens für die dritte und vierte Jahrgangsstufe.

Aber Ende 2023 merkte ich, dass etwas nicht mehr stimmte. Es war kein plötzlicher Knall, sondern ein schleichender Prozess, der eigentlich schon zwei Schuljahre lang geschwelt hatte. Morgens vor sechs setzte das Herzrasen ein. Vor jedem Elternabend bildete sich dieser dicke Kloß im Hals, der mich fast am Atmen hinderte. Als ich im Januar 2024 schließlich die Altersteilzeit beantragte und auf 12 Wochenstunden reduzierte, war das keine Flucht, sondern eine Notbremse. Meine Kolleginnen haben es verstanden, und eine liebe Seele hat meine 3b übernommen. Seitdem unterrichte ich nur noch Dienstag und Donnerstag Vormittag.

Nahaufnahme des Zahlen-Code Buchs auf einem Holztisch neben einer alten Brille.

Ein Buch als stiller Anker am Sonntag

Im Juni 2024 hat mir eine alte Studienfreundin aus Augsburg ein Buch in die Hand gedrückt: Der Zahlen-Code von Rosina Kaiser. Sie sagte nur: „Hier, Kerstin, irgendwas Kleines für den Sonntag, nichts Großspuriges.“ Zuerst lag es neben der schiefen Lavendelvase, die ich am Neupfarrplatz auf dem Bauernmarkt gekauft hatte. Ich war skeptisch. Als Lehrerin bin ich darauf trainiert, Fakten zu prüfen, Lehrpläne zu wälzen und skeptisch gegenüber allem zu sein, was nach „schneller Heilung“ klingt.

Doch das Buch verspricht keine Wunder. Es ist eher wie ein Werkzeugkasten für die Seele. Ich habe angefangen, jeden Sonntagnachmittag gegen drei eine halbe Stunde hier am Küchentisch zu sitzen. Ich berechne meine Tageszahl, meine Lebenszahl und schaue mir an, was die kommenden Tage bringen könnten. Es ist ein rituelles Rechnen, das mich beruhigt. Das raue Gefühl des grauen Leinen-Hefts unter den Fingern und das leise Klappern der Tassen beim Bäcker Prantl unten im Hof schaffen einen Raum, den ich in zwei Jahrzehnten Schuldienst völlig vergessen hatte. Ich bin keine Numerologin und keine Heilerin. Ich bin nur eine Frau, die nach 23 Jahren Dienstzeit endlich wieder ihre eigene Handschrift lesen will, statt nur Korrekturanmerkungen an den Rand zu setzen.

Es gab Momente, in denen ich versuchte, diese neue Leidenschaft zu teilen, was gründlich misslang. Ich erinnere mich an einen Versuch, die Lebenszahl einer skeptischen Kollegin in der Pausenküche zu erklären, der in peinlichem Schweigen endete, weil ich selbst noch nicht sicher genug war. Manchmal muss man Dinge eben erst einmal für sich behalten, um die Lehrerrolle ablegen zu können.

Zwischen Tageszahlen und dem echten Leben

In den letzten Monaten, besonders seit dem Frühjahr 2026, habe ich gelernt, dass die Zahlen keine starren Vorhersagen sind. Es ist eher eine Beobachtung, wie sich eine Tageszahl in einer tatsächlichen Woche anfühlt. Letzten Mai zum Beispiel, an einem sonnigen Donnerstag, ergab meine Berechnung eine Phase des Rückzugs. Zuerst dachte ich: „Aber ich muss doch in die Schule, ich kann mich nicht zurückziehen!“ Doch dann merkte ich dieses plötzliche Nachlassen der Spannung in den Schultern, als mir klar wurde, dass der Rückzug auch innerlich stattfinden kann. Ich habe den Vormittag in der Schule absolviert und danach den Trubel am Dom-Schatten gemieden, bin stattdessen direkt nach Hause in die Ostengasse.

Natürlich gibt es auch Sonntage, an denen das Heft unberührt bleibt. Vor etwa drei Wochen war so einer. Ich saß da, der Fencheltee war längst kalt, und die Zahlen sagten mir gar nichts. Keine Muster, keine Erkenntnisse. Das gehört dazu. Es ist wie im Unterricht: Manchmal ist die Klasse 3b-Stimmung an einem Donnerstag im Mai einfach unberechenbar, egal wie gut der Stoff vorbereitet ist. In solchen Momenten hilft es mir, einfach in dem alten Ringbuch mit den Kinderzeichnungen von 2019 zu blättern, das noch immer im Regal steht.

Alte Schulhefte und ein modernes Journal vor dem Hintergrund des Regensburger Doms.

Ein besonderer Blick: Wenn die Zeit keine Fenster lässt

Oft werde ich gefragt, ob solche Methoden wie der Zahlen-Code nicht Luxus sind für Menschen, die Zeit haben. Ich denke dabei oft an die pflegenden Angehörigen von Demenzkranken. Für sie scheitern Standard-Entspannungstechniken meistens, weil diese unvorhersehbare Belastung keine festen Zeitfenster für lange Meditationen lässt. Aber genau hier liegt die Stärke von Rosina Kaisers Ansatz. Man braucht keine Stunde. Man braucht nur einen Moment der Konzentration auf eine Zahl.

Eine Bekannte, die ihren Mann pflegt, erzählte mir neulich beim Spaziergang am Donau-Ufer, dass sie keine Zeit für Kurse hat. Ich habe ihr das Buch gezeigt. Es geht nicht darum, ein Experte zu werden, sondern um diese kleinen Rituale in der Altersteilzeit oder im belasteten Alltag, die einem kurz den Rücken stärken. Ich habe das Buch inzwischen in drei Kopien verschenkt, weil ich glaube, dass diese unaufgeregte Art, sich selbst zu sortieren, gerade in Krisenzeiten hilft. Wer es technischer mag, für den gibt es wohl auch Software wie MeineRadionik, aber für mich bleibt das haptische Erlebnis mit dem Stift auf Papier unersetzlich.

Bitte beachte jedoch: Ich bin keine Ärztin. Wenn du unter Burnout-Symptomen leidest, so wie ich damals, ist der erste Weg immer der zum Hausarzt oder zu einer Beratungsstelle. Ein Buch wie der Zahlen-Code kann eine wunderbare Ergänzung sein, um emotionale Balance zu finden, aber es ersetzt keine medizinische oder psychologische Behandlung.

Ankommen in der neuen Langsamkeit

Wenn ich jetzt auf die Steinerne Brücke schaue oder die Schlange an der Würstlkuchl sehe, fühle ich mich nicht mehr gehetzt. Die 12 Stunden Unterricht pro Woche geben mir die Struktur, die ich brauche, aber der Zahlen-Code gibt mir die Ruhe, die ich früher im Lärm des Pausenhofs verloren hatte. Es ist ein langsames Ankommen. Ich lerne gerade erst, dass man nicht immer für alles eine Lösung haben muss – manchmal reicht es, die Zahl des Tages zu kennen und zu akzeptieren, dass sie heute eben keine großen Antworten liefert.

Vielleicht ist es genau das, was wir nach all den Jahren im Dienst brauchen: den Mut, einfach mal nur eine Seite im Leinen-Heft zu füllen, ohne dass sie benotet wird. Falls du auch nach einem sanften Weg suchst, wieder mehr bei dir selbst anzukommen, kann ich dir den Zahlen-Code von Rosina Kaiser wirklich ans Herz legen. Es ist ein ehrliches Buch für stille Sonntage.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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