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Schreibblockaden im Sonntagsjournal lösen mit Impulsen aus dem Zahlen-Code Buch

Schreibblockade im Sonntagsjournal lösen: Zahlen-Code-Buch und Leinen-Heft auf dem Holztisch

In meinem Leinen-Heft steht auf den meisten Sonntagsseiten nur eine einzige Zahl, sonst nichts. Kein Satz darunter, keine Gedanken, nur die Tageszahl aus Rosina Kaisers Zahlen-Code-Buch, sauber nachgezogen, und dann eine leere Fläche. Wer mir schreibt, geht oft davon aus, das Sonntagsjournal fülle sich von selbst, sobald die richtige Zahl gefunden ist, als wäre die Schreibblockade damit erledigt. Aus meiner Erfahrung als Lehrerin in Altersteilzeit hier in Regensburg stimmt das nicht, und genau diesen Irrtum will ich richtigstellen.

Zahlen lösen keine Blockade auf. Sie geben ihr nur einen Rand, an dem man sich festhalten kann, bevor klar ist, ob überhaupt etwas kommen will, neben einer Tasse Fencheltee, die meistens noch viel zu heiß zum Trinken ist, wenn ich anfange. Das ist ein Unterschied, der mir wichtig geworden ist, seit mir eine Studienfreundin das Buch geschenkt hat, nicht als Wundermittel, sondern als kleiner Sonntagsimpuls, nichts Großspuriges, wie sie es damals genannt hat.

Der Irrtum: Die Zahl soll die Schreibblockade wegzaubern

Manche Leserinnen schreiben mir, sie hätten sich extra die passende Zahl herausgesucht und seien enttäuscht gewesen, als danach trotzdem nichts kam. Agathe Lindner, die unter meinen Einträgen öfter kommentiert, hat das einmal knapp zusammengefasst, ganz ohne Ausrufezeichen, wie es ihre Art ist: ob die Zahl allein schon reiche, oder ob da noch etwas fehle. Genau da liegt der Denkfehler. Der Zahlen-Code ist kein Zauberspruch, der die Blockade wegnimmt, sondern ein Fixpunkt, auf den sich der Blick richten lässt, wenn im Kopf sonst nur Nebel ist.

Der eigentliche Druck kommt selten von der Zahl selbst. Häufiger ist es der Anspruch, dass jeder Sonntag etwas Verwertbares aufs Papier bringen muss, ein Rest von Perfektionismus, der nach so vielen Jahren im Klassenzimmer offenbar nicht einfach verschwindet, sondern sich nur ein neues Blatt Papier sucht, auf dem er sich austoben kann.

Handgeschriebene Tageszahl aus dem Zahlen-Code-Buch im Sonntagsjournal – Impuls gegen die Schreibblockade in der Altersteilzeit

Was der Zahlen-Code beim Schreiben wirklich leistet

Was die Zahl tatsächlich tut, lässt sich leichter zeigen als erklären. Ich schreibe sie oben auf die Seite, fahre die Ziffern langsam mit dem Stift nach, und in der Zeit, die das braucht, wird der Kopf ruhiger, nicht weil die Zahl selbst etwas bewirkt, sondern weil die Hand für ein paar Sekunden eine einzige, klare Aufgabe hat. Alles Weitere bleibt offen. Manchmal kommt danach ein Satz, manchmal kommen zehn, manchmal keiner.

So ist das Zahlen-Code-Buch für mich zu einer kleinen Alltagsanwendung geworden, klein genug für einen einzelnen Sonntagnachmittag, ohne dass daraus eine Lebensberatung wird. Warum ausgerechnet der Sonntag zum festen Termin wurde, ist eine andere Geschichte als die der Blockade, und die Methode als Ganzes erkläre ich hier bewusst nicht, dafür reicht der Platz in diesem einen Eintrag nicht.

Neben der Tageszahl gibt es im Buch noch die Lebenszahl, die persönliche Jahreszahl und die Heilzahlen, aber ich greife beim Schreiben fast ausschließlich zur Tageszahl, weil sie am wenigsten Vorwissen verlangt. Wie man die eigene Lebenszahl verstehen zu lernen für einen sanften Übergang in die Altersteilzeit lernt, habe ich an anderer Stelle beschrieben, und die Heilzahlen liegen bei mir die meiste Zeit einfach zugeklappt im Buch.

Wann das Leinen-Heft leer bleiben darf

An manchen Sonntagen zeigt die Tageszahl überhaupt nichts. Ich schreibe sie oben hin, warte, und es kommt kein einziger Satz, nur die Zahl und dann die leere Fläche, von der eingangs die Rede war. Früher hätte ich das als Scheitern gewertet, als hätte ich etwas falsch gemacht. Heute lese ich es einfach als Antwort: Dieser Sonntag ist für Stille reserviert, nicht für Worte, und daran ist nichts falsch.

Lavendelzweig auf dem Fenstersims mit Blick auf den Regensburger Dom – ruhiges Detail aus dem Sonntagsjournal

Ein Stressmanagement-Seminar hat bei mir nicht geholfen

Bevor das Zahlen-Code-Buch überhaupt eine Rolle gespielt hat, habe ich ein Stressmanagement-Seminar der Bildungsgewerkschaft besucht. Es sollte entlasten, fühlte sich aber an wie eine weitere Pflichtfortbildung: ein Ordner voller Merkblätter, ein Raum voller Kolleginnen, die genauso erschöpft aussahen wie ich, und am Ende kein einziges Werkzeug, das ich tatsächlich mit nach Hause genommen habe. Der Unterschied zum Leinen-Heft wurde mir irgendwann deutlich: Das Seminar wollte mir etwas beibringen, während die Tageszahl mir nur erlaubt, für einen Moment nichts zu müssen.

Der Wechsel von der Klassenlehrerin mit vollem Deputat zur Frau mit zwölf Wochenstunden ist ohnehin eine eigene Umstellung, die sich mit keinem Seminar und keinem Journal wirklich abkürzen lässt. Das Leinen-Heft hilft mir dabei nicht, diese Umstellung zu verstehen, sondern nur, an einzelnen Sonntagen ruhiger darin zu sitzen.

Über die Steinerne Brücke, wenn nichts kommt

Wenn das Heft leer bleibt, gehe ich inzwischen lieber raus, als vor der Seite sitzen zu bleiben. Neulich, bei ungewöhnlich niedrigem Wasserstand, bin ich an der Steinernen Brücke stehen geblieben und habe zugesehen, wie die Pfeiler weiter aus dem Fluss ragten, als ich es sonst kenne, ein anderes Bild als sonst, mehr nicht. Auf dem Rückweg über den Neupfarrplatz habe ich noch einmal innegehalten, weil der Brotgeruch vom Bäcker Prantl herüberzog, und für diese paar Sekunden war da wirklich nichts weiter, kein Gedanke an die leere Seite, kein Gedanke überhaupt, nur der Geruch.

Hand schreibt eine Zahlenreihe aus dem Zahlen-Code-Buch ins Journal – kleiner Schritt gegen die Schreibblockade am Sonntag

Wie ich die Zahl heute benutze

Ich behandle die Tageszahl inzwischen eher wie eine Klingel als wie eine Antwort. Sie markiert den Anfang der Seite, mehr nicht, und was danach passiert oder eben nicht passiert, lasse ich offen, ohne es zu bewerten. Wer selbst damit anfangen will, dem würde ich genau diese Erlaubnis vorschlagen: eine Zahl, ein paar ruhige Minuten, und die Freiheit, danach wieder aufzuhören, wenn nichts kommt. Eine Notiz-App auf dem Handy hätte vermutlich denselben Zweck erfüllt, aber das Leinen-Heft unter den Fingern ist mir wichtiger als jeder Bildschirm. Ob Numerologie, Human Design oder Tarot am Ende zum selben inneren Punkt führen, kann ich nicht beurteilen, ich kenne nur diesen einen Weg gut genug, um ehrlich darüber zu schreiben.

Helga, eine frühere Kollegin aus der Lehrerinnen-Pausenküche, hat neulich angerufen (SMS beantwortet sie ohnehin selten) und nach Radionik-Software gefragt, nach EasyRadionik und nach dem MeineRadionik-Videokurs, ob ich MeineRadionik kenne und ob das dasselbe sei wie mein Zahlen-Code. Davon habe ich wirklich keine Ahnung und will es auch nicht vorgeben. Das ist ein anderes Feld, das ich niemandem empfehlen kann, weil ich es nie selbst ausprobiert habe.

Diese kleine Übung ist an keinen bestimmten Ort gebunden. Die emotionale Entlastung durch das Sonntagsjournal kommt bei mir nicht von der Zahl allein, sondern davon, dass ich mir mittlerweile erlaube, auch ohne Ergebnis aufzustehen und den Stift wegzulegen. Das funktioniert überall dort, wo jemand mit leerem Blatt dasitzt, ob in Regensburg oder woanders. Das ist kein Heilsversprechen, nur eine ehrliche Beobachtung aus meinem eigenen Sonntagnachmittag, und wer mehr davon erwartet, dem hilft dieses Journal ohnehin nicht weiter.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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