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Persönliche Jahreszahl deuten für Balance in der Altersteilzeit als Lehrer

Persönliche Jahreszahl deuten für Balance in der Altersteilzeit als Lehrer

Früher hat der Ferienplan bestimmt, wann ich durchatmen durfte; heute erledigt das eine einzige Zahl, die ich mir jeden Sonntag selbst ausrechne. Seit ich im Januar 2024 nach einem langsamen Burnout in die Altersteilzeit gegangen bin, ist der Sonntagnachmittag in der Altstadt der Moment, in dem ich mein Leinen-Heft aufschlage und nachsehe, was die persönliche Jahreszahl für die kommende Woche bereithält. Kein Wellness-Programm und keine Wahrsagerei, eher eine Struktur, die nicht von einem Stundenplan oder einer Schulleitung kommt, sondern von mir selbst.

Der Zahlen-Code als Methode ist für mich vor allem ein wöchentlicher Rahmen, kein Regelwerk, das fehlerfrei befolgt werden muss. Ich habe früh gemerkt, dass mich weniger die Formel interessiert als das, was eine Zahl mit einer tatsächlichen Woche macht.

Ein Kalender, der nicht vom Kultusministerium kommt

Als Lehrerin denkt man in Zyklen: Schuljahre, Halbjahre, Ferienabschnitte, aber diese Zyklen kamen all die Jahre von außen, diktiert vom Stoffverteilungsplan und vom Kultusministerium. Die persönliche Jahreszahl hat mir zum ersten Mal einen Kalender gezeigt, der wirklich meiner ist.

In der Numerologie, wie sie im Zahlen-Code beschrieben wird, durchlaufen wir alle einen numerologischen Zyklus von neun Jahren, und jedes einzelne Jahr trägt eine eigene Aufgabe. Besonders in der Altersteilzeit, wenn die alte Rolle als ständig verfügbare Lehrerin wegfällt, hilft mir dieser Blick auf das größere Ganze mehr, als ich erwartet hätte.

Gerechnet wird die Jahreszahl über eine Quersumme aus Geburtstag, Geburtsmonat und laufendem Jahr, bis eine einstellige Zahl zwischen eins und neun übrig bleibt, wie genau man dahin kommt, gehört eher in einen anderen Eintrag. Anders als die Tageszahl, die sich von Sonntag zu Sonntag ändert, oder die Lebenszahl, die für ein ganzes Leben feststeht, gilt die Jahreszahl immer für ein Kalenderjahr und wechselt erst wieder zum ersten Januar.

Man kann sich das ein wenig vorstellen wie den Jahreskreis, den wir früher mit der Klasse 3b im Sachunterricht gebastelt haben, nur dass es diesmal um die eigene Energie geht und nicht um Frühling, Sommer, Herbst und Winter an der Pinnwand.

Den Anstoß dazu hat mir Marianne Grötsch gegeben, eine alte Studienfreundin aus Augsburg, die selbst noch an einer Grundschule unterrichtet. Letzten Sommer drückte sie mir Rosina Kaisers Buch in die Hand, mit den Worten, es sei nur etwas Kleines für den Sonntag, nichts Großspuriges, und nennt es bis heute liebevoll-ironisch mein kleines Sonntagswunder, wann immer wir telefonieren.

Nahaufnahme eines Leinen-Journaling-Hefts mit handgeschriebener Jahreszahl-Berechnung für das Zahlencode-Sonntagsritual in der Altersteilzeit.

Woran erkenne ich ein Neuner-Jahr?

Für mich ist die Neun gerade der ständige Begleiter. Sie steht im Zahlen-Code für Abschluss, für Aufräumen, für das Platzschaffen für etwas Neues, genau das Jahr, in dem ich den Antrag auf Altersteilzeit gestellt und meine Klasse abgegeben habe.

Diese Neue Identität finden nach dem Lehrerberuf durch das Sonntagsjournal ist kein Prozess, der in ein paar Wochen abgeschlossen ist, und die Jahreszahl ist für mich dabei eher ein Geländer als eine Antwort.

Für viele Lehrerinnen ist Loslassen ein Kraftakt. Wir sind darauf trainiert, jedes Kind im Blick zu behalten, jede Geburtstagskarte pünktlich zu schreiben, den inneren Kritiker nie ganz abzuschalten, diesen leisen Perfektionismus, der einem sagt, man müsse noch das Zehnte und Elfte erledigen, bevor der Tag zählt. Wenn die Jahreszahl mir zeigt, dass ich in einem Jahr des Abschlusses stehe, darf ich diesen Kritiker für ein paar Stunden leiser stellen.

Versucht hatte ich es vorher schon mit einem gewöhnlichen Tagebuch, ganz ohne Struktur, nach drei Einträgen stand es nur noch ungeöffnet im Regal, weil mir die Worte ausgingen, sobald mir niemand sagte, worüber ich eigentlich schreiben sollte.

Vor ein paar Wochen blieb ich mitten auf dem Neupfarrplatz stehen und roch nur den Brotduft, der aus Prantls Laden herüberzog, sonst nichts, kein Gedanke an die nächste Aufgabe, kein Blick auf die Uhr. Das lag ungefähr in der fünften Woche, seit ich die Jahreszahl bewusst mit meiner Woche abgleiche, und an diesem Nachmittag passten Zahl und Woche einfach zusammen.

Ein Vormittag im selben Monat führte mich über die Steinerne Brücke. Das Wasser stand so niedrig, dass die Brückenpfeiler bis zum Sockel freilagen und ein paar Enten im schmalen Rest der Donau nach Futter stocherten. Früher hätte mich der Anblick nur an die nächste Aufgabe erinnert, diesmal blieb ich einfach eine Weile am Geländer stehen, ohne an irgendetwas zu denken, das erledigt werden musste.

Blick über die Regensburger Altstadt zum Dom im warmen Nachmittagslicht — Kulisse für die Sonntagsreflexion zur persönlichen Jahreszahl.

Die Jahreszahl erklärt nicht alles

Für andere, die nach einer Krankschreibung oder zu Beginn der Altersteilzeit vor einer ähnlichen Situation stehen, kann das Auseinandersetzen mit diesen Zahlen eine Emotionale Entlastung für Lehrerinnen durch das Sonntagsjournal mit Heilzahlen sein. Bei mir selbst bleiben die Heilzahlen im engeren Sinn allerdings ein Feld, das ich kaum bearbeite, dafür fehlt mir schlicht die Zeit.

Andere greifen für solche Fragen zu Human Design oder zum Tarot. Für mich bleibt der Zahlen-Code das System mit dem einfachsten Zugang, weil dafür nur ein Taschenrechner und das eigene Geburtsdatum reichen, keine Karten, keine Software, kein Konto irgendwo.

Das Sonntagsritual selbst ist inzwischen der eigentliche Anker, eine Form von Selbstfürsorge, die mit fast fünfzig anders aussieht als mit dreißig, unabhängig davon, was die Zahl im Detail zeigt. Eine Notiz-App habe ich mir bewusst nie zugelegt, das Heft bleibt Papier, ohne Benachrichtigungen, die mich aus dem Nachmittag reißen.

Eine ehemalige Kollegin hat mir letztens erzählt, sie probiere gerade so etwas wie EasyRadionik oder MeineRadionik aus, vielleicht später auch den MeineRadionik Videokurs dazu, als Ergänzung zum Zahlen-Code-Buch, wovon ich selbst keine Ahnung habe und was ich auch nicht empfehlen kann, weil ich es nie benutzt habe.

Neulich schrieb mir eine Leserin aus Landshut, Bärbel Osterrieder, wie immer ordentlich formuliert und mit vollständigem Datum unter der Nachricht, und fragte, ob man die Jahreszahl auch rückwirkend für vergangene Jahre berechnen kann. Ja, das geht, aber ob es hilft, im Rückblick eine Erklärung für ein schweres Jahr zu haben, muss am Ende jede für sich selbst herausfinden.

Nicht jede Woche liefert etwas. Vor Kurzem blieb eine Seite im Heft leer, weil mir nichts auffiel, das zur Zahl gepasst hätte, und ich habe sie so gelassen, ohne mir nachträglich eine Bedeutung zurechtzulegen.

Wichtig bleibt mir dabei: Eine medizinische Ausbildung habe ich nicht. Wenn das Herzrasen morgens nicht aufhört oder sich ein Kloßgefühl im Hals nicht löst, führt der Weg zum Hausarzt oder zu einer Beratungsstelle der Lehrergewerkschaft, nicht zum Leinen-Heft. Der Zahlen-Code begleitet mich, aber er hat mich nicht allein aus dem Burnout geholt, das war medizinische Hilfe, die Entscheidung für die Altersteilzeit und eben diese kleinen Sonntagsrituale zusammen.

Balance finden zwischen Dienstag und Donnerstag

Meine zwölf Stunden Unterricht sind meine Ankerpunkte in der Woche, aber sie definieren mich nicht mehr. Im Alltag zwischen Dienstag und Donnerstag merke ich die Wirkung der Jahreszahl oft mehr als am Sonntag selbst, wenn ich sie zum ersten Mal notiere, ein Gespräch beim Bäcker, bei dem ich nicht sofort in den Erklär-Modus verfalle, oder ein kurzer Moment auf dem Nachhauseweg, an dem ich einfach nur gehe.

Was am Ende bleibt, ist ziemlich einfach: Die Zahl sagt mir nie, was ich tun soll. Sie erinnert mich nur daran, dass ich nicht jede Woche im gleichen Tempo leisten muss, und dieser eine Gedanke trägt inzwischen weiter als jeder Jahresplaner es je getan hat.

Wichtig: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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